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- Arbeitskreis Metadaten für Open-Access-Bücher (MOAB)
Einheitliche Qualität, stabile Interoperabilität und hohe Sichtbarkeit von Metadaten für Open-Access-Bücher: Der Arbeitskreis MOAB vernetzt Bibliotheken, Verlage, Buchhandel, Repositorien und Infrastruktureinrichtungen, um gemeinsame Standards, Anforderungen und Austauschformate zu entwickeln.
Wichtigstes Anliegen ist es, Lösungen zu finden, um in den Metadaten die Verbindung zwischen inhaltsgleichen digitalen und analogen Büchern sichtbar zu machen und diese Daten verlässlich an einem Ort zu aggregieren. So werden Open-Access-Bücher als vollwertige wissenschaftliche Publikationen entlang der gesamten Produktions- und Distributionskette zuverlässig auffindbar und nutzbar.
Mission Statement, verabschiedet am 16.03.2026 im AK MOAB
Über den Arbeitskreis Metadaten für Open-Access-Bücher
Der Arbeitskreis Metadaten für Open-Access-Bücher (AK MOAB) ist eine Initiative aus dem Umfeld von openaccess.nrw und der ENABLE!-Community.
Ausgangspunkt war die Feststellung, dass Metadaten von Open-Access-(OA-)Büchern häufig uneinheitlich, lückenhaft und nur eingeschränkt nachnutzbar sind. Diese Problemlage wurde zunächst in einem Positionspapier skizziert und anschließend in verschiedenen Fachkontexten diskutiert (Workshop OA-Tage 2025, Fokusgruppe OA-Bücher, ENABLE!-Werkstattgespräch). Aus diesem Austausch heraus entstand der AK MOAB innerhalb der ENABLE!-Community.
Im AK wird offen darüber diskutiert, an welchen Stellen im täglichen Umgang mit den Metadaten von OA-Büchern Probleme auftreten, wo Veränderungen notwendig sind und wie diese aus den unterschiedlichen Perspektiven der beteiligten Stakeholder sinnvoll gestaltet werden können. Dabei steht der deutsche Publikationsraum im Mittelpunkt.
An den regelmäßigen Treffen beteiligen sich etwa 15 bis 20 Personen aus Verlagen, Handel, Bibliotheken, Verbünden, Infrastruktureinrichtungen und OA-Projekten. Der offene Austausch hat sich als besonders wertvoll erwiesen, weil er die verschiedenen Anforderungen und Arbeitsweisen der beteiligten Bereiche sichtbar und gemeinsam diskutierbar macht.
Metadaten als Grundlage für erfolgreiche OA-Bücher
OA-Bücher sind ein wichtiger Teil der wissenschaftlichen Kommunikation. Trotzdem existiert in Deutschland bislang keine verlässliche Übersicht, wie viele wissenschaftliche Bücher jährlich publiziert werden und welcher Anteil davon im Open Access erscheint. Eine solche Datengrundlage wäre auch für bibliometrische Auswertungen relevant – perspektivisch idealerweise ergänzt um belastbare Angaben zu den Publikationskosten von OA-Büchern.
Eine Besonderheit wissenschaftlicher OA-Bücher ist ihre Hybridität. Häufig erscheinen zeitgleich zwei inhaltsgleiche Ausgaben: ein E-Book im Open Access und ein kostenpflichtiges Druckwerk. Die Verbindung dieser beiden Erscheinungsformen sollte auch in den Metadaten eindeutig sichtbar sein.
Die Erfahrung aus unterschiedlichen Perspektiven zeigt, dass Metadaten wissenschaftlicher OA-Bücher unvollständig, uneinheitlich und teilweise eingeschränkt nachnutzbar sind. Verschiedene Stakeholder, die am Publikationsprozess von OA-Büchern beteiligt sind, erstellen, nutzen und verbreiten Metadaten, die ihrerseits in unterschiedlichen Formaten zwischen den Systemen ausgetauscht werden.
Verlage liefern Metadaten in ONIX an das Verzeichnis Lieferbarer Bücher (VLB) und arbeiten über KBART mit Aggregatoren und Intermediären zusammen, um ihre (OA-)E-Books in Verzeichnissen sichtbar zu machen. Verlage und Aggregatoren liefern Datenpakete an Verbünde und Bibliotheken, die Metadaten in MARC21 einspielen. Bibliotheken übernehmen Metadaten aus unterschiedlichen Quellen, etwa aus der DNB, Verbünden oder von Aggregatoren, und erzeugen in ihren Repositorien eigene Metadaten in Dublin Core, die über Schnittstellen für andere Systeme bereitgestellt werden.
Durch diese zahlreichen Datentransfers, Formatwechsel und Nachnutzungen gehen Informationen verloren oder werden mehrfach neu erfasst. Zudem ist die Verbindung zwischen Print- und OA-Ausgabe oft nicht sichtbar, und nicht alle Metadaten können frei nachgenutzt werden.
Hinzu kommt, dass bislang keine einheitlichen Standards existieren, welche Metadaten speziell für OA-Bücher notwendig sind.
Sichtbarkeit ist von zentraler Bedeutung
OA-Bücher sichtbar zu machen ist für alle am Publikationsprozess von wissenschaftlichen Büchern beteiligten Gruppen von zentraler Bedeutung.
Bibliotheken: Schlechte Suchbarkeit und Auffindbarkeit von OA-Büchern führen zu geringer Nutzung. Für Bibliotheken entsteht zudem Mehraufwand durch Korrekturen und Aktualisierungen von Metadaten sowie bei der Unterstützung von Nutzer*innen, die nach OA-Büchern suchen.
Verlage und Hochschulverlage: Metadaten erzeugen Reichweite und Auffindbarkeit. Publikationen zielgruppenorientiert sichtbar zu machen ist Grundlage professioneller Verlagsarbeit und stärkt die Bindung von Autor*innen. Zudem kann die Sichtbarkeit von OA-Büchern den Verkauf gedruckter Ausgaben unterstützen.
Handel: OA-Bücher sind auch für den Buchhandel relevant, da sie die Sichtbarkeit gedruckter Ausgaben fördern. Durch die logistische Bereitstellung hybrider Publikationsformen entstehen zudem neue Dienstleistungen und Erlösmöglichkeiten.
Wissenschaft: Verlässliche Metadaten verbessern die Sichtbarkeit, Verbreitung und Nachnutzbarkeit wissenschaftlicher Forschung. Sie ermöglichen eine schnellere Rezeption sowie eine höhere Reichweite wissenschaftlicher Ergebnisse.
Die unterschiedlichen Anforderungen an Sichtbarkeit, Nachnutzung und Auffindbarkeit führen zu der Frage nach einem zentralen und zuverlässigen Nachweissystem für OA-Bücher.
DNB als mögliches zentrales Nachweissystem
Die Deutsche Nationalbibliothek (DNB) hat den gesetzlichen Auftrag, alle Publikationen aus Deutschland zu sammeln und über Metadaten nachzuweisen. Verlage sind verpflichtet, von jeder Publikation, die in ihrem Haus erscheint, ein Exemplar an die DNB zu liefern. Grundlage des Nachweises sind Metadaten, die in der Regel von den Verlagen bereitgestellt werden.
Vor diesem Hintergrund liegt es nahe gemeinsam mit der DNB Leitlinien für die Standardisierung von Metadaten zu erarbeiten. Insbesondere um die Verknüpfung der inhaltsgleichen Ausgaben von OA-Buch und Druckwerk eindeutig erkennbar zu machen.
Themen des Arbeitskreises
Am Anfang ging es um die Bestandsaufnahme bestehender Arbeitsabläufe, Metadatenpraktiken und Datenflüsse. Die Teilnehmenden haben ihre Erfahrungen und Perspektiven vorgestellt und diskutiert.
Weitere Themen sind:
- Entwicklung einer Liste notwendiger und wünschenswerter Metadaten
- Verbesserung von Sichtbarkeit und Auffindbarkeit
- Analyse bestehender Datenflüsse und Formatwechsel
- Anforderungen an Metadaten für OA-Bücher
- Verknüpfung von Open-Access-Ausgabe und Druckausgabe
- Fragen der freien Nachnutzung von Metadaten
- wissenschaftliche OA-Bücher in Deutschland
Organisation
Der Arbeitskreis wird koordiniert von Julia Bartlewski (openCost, Universitätsbibliothek Bielefeld), Katja Dammann (oa.finder, Universitätsbibliothek Bielefeld), Dorothee Graf (Universitätsbibliothek Duisburg-Essen).
Die Mitglieder kommen unter anderem aus Verlagen, Hochschulbibliotheken, Verbundzentralen, Open-Access-Infrastrukturen und dem Buchhandel.
Mitmachen
Interessierte sind herzlich willkommen. Besonders angesprochen sind Mitarbeitende aus Verlagen, Bibliotheken, Verbundzentralen und Open-Access-Infrastrukturen, die sich mit Metadaten und deren Austausch in Publikations- und Nachweissystemen beschäftigen. Über die Mailingliste informieren wir über Termine, Themen und Ergebnisse des Arbeitskreises. Hier können Sie sich in die Liste eintragen: https://www.listserv.dfn.de/sympa/info/ak_metadaten_oa-buecher