ENABLE!-Weihnachtswerkstatt am 04.12.2025

Wie viele akademische Bücher erscheinen jährlich in Deutschland – als reine Druckausgaben, als kostenpflichtige E-Books, im Open Access? Wir kennen weder die Gesamtheit noch einzelne Teilmengen.

Für Forschungsförderer, Policy-Maker und Bibliotheken ist das Monitoring akademischer Bücher bezogen auf Access-Status, Publikationskosten oder institutionelle Zuordnung, von höchster Relevanz. Voraussetzung sind aktuelle und umfangreiche Metadaten, die an einem Ort erfasst und bereitgestellt werden. Als nationale Sammelstelle hat die DNB hier eine Schlüsselrolle und kann die Standards zu Format und Lieferung der Metadaten festlegen. Bezogen auf die Kriterien Wissenschaftlichkeit, Access-Status und Lizenzierung ist die standardisierte Darstellung akademischer Bücher (physisch und digital) im DNB-Katalog jedoch lückenhaft.

In einer gemeinsamen Initiative wollen wir eine Diskussionsgrundlage über Metadaten von OA-Büchern schaffen, die die Perspektiven und Bedarfe aller Beteiligten (Bibliotheken, Verlage, Handel) zusammenfasst. Ziel ist es, einen kooperativen Austausch mit den verschiedenen Beteiligten anzustoßen.

Den Beginn machen Julia Bartlewski (UB Bielefeld, Projekt openCost), Katja Dammann (UB Bielefeld, Projekt oa.finder) und Dorothee Graf (UB Duisburg-Essen, Fachreferat Germanistik, Kunst und Kunstwissenschaft, Leitung openaccess.nrw).

Datum: 04.12.2025

Uhrzeit: 16:00 - 17:30 Uhr

Eine Anmeldung für die Werkstatt ist nicht erforderlich. Sie können/Ihr könnt über den folgenden Link teilnehmen:

https://uni-due.zoom-x.de/j/64835795015?pwd=rrK7DMZFaYqSaU0JlwbbIfiLJMHNx2.1 

Wir freuen uns auf Ihre/Eure Teilnahme! 

ENABLE!-Werkstatt zur Vorstellung der Purchase to Open - Plattform

Entstanden aus einer Idee der ENABLE!-Community und der GeSIG Netzwerk Fachinformation e.V. ist P2O angetreten, bewährte Erwerbungsstrukturen für wissenschaftliche Bücher mit Open Access zu verbinden. 

Die Idee dahinter:
Verlage stellen geplante Buchprojekte auf die P2O-Plattform ein. Bibliotheken beteiligen sich über ihre Lieferanten am Pledging. Erreicht ein Projekt das definierte Mindestquorum, wird das Buch Open Access veröffentlicht. Falls nicht, erhalten die beteiligten Bibliotheken automatisch eine Campuslizenz des E-Books zum gleichen Preis – dies sichert die Budgetplanung ab.
Die Verlage sorgen außerdem für Qualitätskontrolle und dokumentieren ihre Verfahren. Alle erfolgreich finanzierten Bücher werden auf der Open-Access-Plattform OAPEN publiziert, was globale Sichtbarkeit garantiert.

Wir freuen uns, dass P2O nach der langen (und durchaus unsicheren) Planungsphase nun endlich in die Praxis gehen kann und wollen die November-Werkstatt nutzen, um uns nochmal das dahinterliegende Modell im Detail anzuschauen und uns natürlich die Plattform praktisch vorführen zu lassen.

Unsere Referent*innen sind daher:

  • Susanne Göttker (UB der FernUniversität Hagen, GeSIG)
  • Julia Bauer (transcript Verlag, Transform to Open-GmbH)
  • Dr. Bertram Salzmann (Publishing Future GmbH, Transform to Open-GmbH)

Datum: 20.11.2025

Uhrzeit: 16:00 - 17:30 Uhr

Eine Anmeldung für die Werkstatt ist nicht erforderlich. Sie können/Ihr könnt über den folgenden Link teilnehmen:

https://uni-due.zoom.us/j/61934483720

Meeting-ID: 619 3448 3720

Code: 583642

Wir freuen uns auf Ihre/Eure Teilnahme! 

 

 

 

 

The Future of Digital Publishing in the Humanities

Die ENABLE!-Werkstatt ist zurück....

...und hat ein spannendes Thema mitgebracht: Die Digital Humanities und ihr Publikationswesen. Mit der Zeitschrift "Journal of Digital History" und dem Verlag Melusina Press präsentieren sich zwei scholar-led Open-Access-Publikationsorte, die mutig und experimentierfreudig neue Wege beim digitalen Publizieren gehen. Sie stehen für verschiedene Perspektiven und Problemlösungsansätze des eigeninitiativen Publizierens aus der Wissenschaft, sind klar profiliert und setzen eindeutige Schwerpunkte. Gleichzeitig sind sie nahe an den oder Teil der Digital Humanities und begleiten diese in der Entwicklung der Diskurse sowie neuer, innovativer Publikationsformen. Wie das in der Praxis aussieht und wie die Zusammenarbeit konkret funktioniert, davon berichtet die AG “Digitales Publizieren” der Digital Humanities in Deutschland. Und natürlich wollen wir Fragen stellen: Wie  kann die Zukunft des digitalen Publizierens in den Humanities aussehen, welche Beiträge leisten die Verlage/Zeitschriften für die verknüpften Fächer und welchen Einfluss wiederum haben die Digital Humanities auf “ihre” Verlags-/Publikationswelt?

 

The ENABLE! workshop is back...

...and has brought an exciting topic with it: digital humanities and their publishing practices. With the Journal of Digital History and Melusina Press, two scholar-led open access publications are presenting themselves that are boldly and experimentally breaking new ground in digital publishing. They represent different perspectives and approaches to problem-solving in self-initiated publishing in academia, have a clear profile, and set clear priorities. At the same time, they are close to or part of the digital humanities and accompany them in the development of discourse and new, innovative forms of publication. The Digital Humanities in Germany working group “Digital Publishing” reports on what this looks like in practice and how the collaboration works in concrete terms. And, of course, we want to ask questions: What might the future of digital publishing in the humanities look like, what contributions do publishers/journals make to the related disciplines, and what influence do the digital humanities have on “their” publishing world?

Aufgrund der Internationalität der Referent*innen findet die Veranstaltung diesmal vorrangig auf Englisch statt!

Datum/Date: 11.09.2025

Uhrzeit/Time: 16:00 - 17:30 Uhr / 4.00-5.30 pm

Eine Anmeldung für die Werkstatt ist nicht erforderlich. Sie können/Ihr könnt über den folgenden Link teilnehmen:
Registration for the workshop is not required. You can participate via the following link:

https://uni-due.zoom.us/j/61934483720

Meeting-ID: 619 3448 3720

Code: 583642

Wir freuen uns auf Ihre/Eure Teilnahme! We look forward to your participation!

Kachel zum Newsbeitrag ENABLE in der Sommerpause mit Fotos vom Get-Together während der BiblioCon in Bremen

 

Liebe ENABLE!-Community, liebe OA-Interessierte,

nach dem Community-Meeting am 10. Juli und dem erfolgreichen Get-together auf der BiblioCon in Bremen (ca. 100 Teilnehmende!) verabschieden wir uns in eine kleine Sommerpause. Wir möchten an dieser Stelle wieder Dietmar Dreyer für die Gastfreundschaft am Messestand danken und ein großes Lob für den fürsorglichen Service der Mitarbeitenden aussprechen. 

Das erste halbe Jahr der ENABLE!-Werkstatt war geprägt von neuen Tools (oa.finder) und kritischen Auseinandersetzungen, u. a. mit den Auswirkungen von KI auf Open Access und Perspektiven zu den nächsten 20 Jahren OA-Entwicklung. 

Wir möchten uns herzlich bei allen Teilnehmenden bedanken und freuen uns schon darauf, im Herbst wieder mit Ihnen und Euch zu diskutieren.

Unsere Werkstattgespräche gehen nun in die Sommerpause. Das nächste Gespräch findet am 11.09.2025 von 16:00 Uhr bis 17:30 Uhr statt. Dort sprechen wir über die Zukunft des digitalen Publizierens in den Humanities.

In diesem Sinne wünschen wir allen einen schönen, erholsamen Sommer!

Eine Roundtable-Diskussion 

Noch vor wenigen Jahren haben viele Open Access als „exotisch“ und randständig abgetan. Mittlerweile ist klar, dass Open Access alle Stakeholder und Perspektiven des Publizierens tangiert: Autor*innen, Verlage, Bibliotheken, Infrastruktureinrichtungen (Repositorien), Wissenschaftsförderer und Händler. Sie alle tragen aus ihrer jeweiligen Perspektive dazu bei, Open Access zu ermöglichen. Sie alle stehen vor der Herausforderung, ihre vertrauten und noch aus Paywall- und Print-Zeiten stammenden Identitäten, Prozesse und nicht zuletzt auch Geschäftsmodelle oder Budgets neu zu denken und anzupassen. Die Diskussionen drehten sich lange um Zeitschriften, haben nun aber auch den Publikationsmarkt für Bücher erreicht.

Vor sechs Jahren hat die ENABLE!-Community es sich zur Aufgabe gemacht, einen „Dritten Raum“ für die Beobachtung und Diskussion dieser Entwicklungen bereitzustellen. Wir wollen gemeinsam auf die Veränderungen seit ihrer Gründung zurückblicken, vor allem wollen wir nach vorne schauen und Prognosen wagen, wohin die Reise gehen wird. Mit Vertreter*innen der verschiedenen Rollen wollen wir erkunden und diskutieren, was die größten Treiber hin zu oder innerhalb von Open Access waren, wo wir jetzt stehen und vor allem, wie sich das Publizieren in den Humanities and Social Sciences entwickeln wird. Der professionelle Educated Guess ist uns ebenso willkommen wie der kritische Blick auf sich abzeichnende Entwicklungen und das Formulieren von Zielen aus den jeweiligen Perspektiven der Vertreter*innen.

Unser Panel ist aktuell wie folgt zusammengesetzt:

  • Open-Access-Konsortien: Hildegard Schäffler (Bayerische Staatsbibliothek München)
  • Diamond OA: Marcel Wrzesinski (Medizinische Bibliothek der Charité Berlin)
  • unabhängige Verlage: Franziska Deller für den Verlag Barbara Budrich
  • Forschungsförderung: für die DFG - Angela Holzer, für das BMBF - Henriette Lüning
  • Händler: Thomas Dohme für Schweitzer Fachinformationen
  • Thema Research Assessment: Ludo Waltman (Leiden Manifesto)

Ein so breites Spektrum an Perspektiven braucht natürlich ausreichend Zeit, daher fängt das Community-Meeting schon um 15.30 Uhr an und geht bis 17.30 Uhr. Hier der Ablaufplan:

15.30-15.40 Uhr: Begrüßung & Kurzvorstellung Panel
15.40-16.00 Uhr: Blitzstatements & kontroverse Thesen
16.00-16.10 Uhr: Möglichkeit zu Rückfragen zu den Statements
16.10-16.35 Uhr: Beginn Podiumsdiskussion
16:35-16.45 Uhr 10 Minuten Pause
16.45-17.05 Uhr: Weiterführung Podiumsdiskussion  
17.05-17.25 Uhr: Zukunftsvisionen des Panels
17.25-17.30 Uhr: Verabschiedung

Datum: 10.07.2025

Uhrzeit: 15:30 - 17:30 Uhr 

Eine Anmeldung für das Community-Meeting ist nicht erforderlich. Sie können/Ihr könnt über den folgenden Link teilnehmen:

https://uni-due.zoom.us/j/63831520872

Meeting-ID: 638 3152 0872
Kenncode: 348964

Wir freuen uns sehr auf Ihre/Eure Teilnahme! 

"KI kann durch offene und verlässliche Informationen eigentlich nur besser werden."

Am 15. Mai 2025 fand die bisher erfolgreichste ENABLE!-Werkstatt mit etwa 250 Teilnehmenden statt. Grund dafür war, dass wir ein wichtiges Thema zu einem richtigen Zeitpunkt adressiert haben: „Open Access meets KI“.

KI-Anwendungen ermöglichen neue Formen maschineller Verarbeitung von Forschungsinhalten und erhöhen nicht nur die Nutzungsmöglichkeiten des Enhanced Contents, sondern auch ihre Reichweite signifikant. Gleichzeitig bilden sie die Grundlage für neue Geschäftsmodelle – ironischerweise kann Open Access dadurch zu neuen Formen der kommerziellen Verwertung von Forschung beitragen. Dieser Zusammenhang ist nicht neu, gewinnt durch KI aber an Bedeutung und Prägnanz. In der Werkstatt haben wir uns dem Thema aus zwei Perspektiven genähert: der Perspektive der offenen Daten und Infrastruktur sowie der rechtlichen Aspekte.

Für die erste Perspektive konnte Dr. Rafael Ball (Leiter der Universitätsbibliothek der ETH Zürich) als Referent gewonnen werden. In seinem Input nannte er drei Aspekte, über die man sich als Praktiker*in im Zusammenhang mit der KI Gedanken machen sollte: 

  1. selbstgesteuerte Maschinen, wie Crawler, Bots und Co., die massenhaft Daten abziehen und dadurch Server wie Repositorien in die Knie zwingen und hohe Kosten und Aufwände erzeugen

  2. den Zweck der Nutzung sowie 

  3. das weitere Training der LLM. 

Kritisch zu sehen ist seiner Meinung nach, dass  Open-Access-Inhalte gerade durch den offenen Zugang vulnerabel sind für unintendierte und teils hoch problematische maschinelle Nachnutzung der Daten. Ebenso beleuchtete er das Risiko der Vereinnahmung bzw. Aneignung der Open-Access-Daten durch bzw. in kommerzielle Systeme sowie das Risiko der Verfälschung der Inhalte und deren Instrumentalisierung für Hacker- und andere Cyberaggressionen. Dies können durch KI gesteigerte negative Folgen sein. Im Anschluss daran diskutierte er technische Möglichkeiten, die diese Art der (un)intendierten Nutzung einschränken können, obwohl sie in der Regel sehr kostspielig sind. Darüber hinaus bieten Repositorien auch wertvolle Inhalte für das Trainieren der LLM. Ohne deren Inhalte würden solche Sprachmodelle mit schlechteren Daten trainiert. Offene Inhalte zu blockieren, wurde daher von ihm nicht als Empfehlung gesehen. Sein Beitrag endete in einer offenen Nachdenklichkeit. Es wurden keine Handlungsanweisungen gegeben, aber ein Bewusstsein für diese intendierten Effekte geschaffen.

Die rechtliche Perspektive auf unser Thema hat Rechtsanwalt Dr. Till Kreutzer von iRights.Law vorgestellt. Sein Input legte den Fokus darauf, dass die Angst vor bzw. das Misstrauen gegenüber KI und deren Nutzung der eigenen Inhalte, z. B. für das Training von ChatGPT, dazu führen kann, dass Menschen Inhalte nicht mehr teilen. Sollten wir daher unsere Systeme (z. B. Repositorien) wieder schließen? Was würde dann passieren? Der Effekt wäre: KI ist immer noch da, aber schlechter als sie jetzt ist, da relevante (wissenschaftlich fundierte) Daten und Informationen fehlen. Können die CC-Lizenzen bei der Linderung der Ängste helfen? Nein, denn CC-Lizenzen regeln nur die Nachnutzung von Inhalten und diese ist für die legitime Nutzung von Inhalten für das Training einer KI nicht erforderlich. Außerdem gibt es schon eine Rechtsgrundlage für die Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke zum Trainieren einer KI: die Text- und Data-Mining-Richtlinie der EU (bzw. die Fair Use Regelung in den USA – hierüber wird aktuell noch diskutiert). Die Demarkationslinie ist demnach nicht die Lizenz, sondern die Frage, ob wir unsere Inhalte ins Internet stellen oder nicht. Dennoch zeigte Till Kreutzer auch ein paar Möglichkeiten auf, die Zugriffe von KI-Systemen auf Open-Access-/Open-Content-Inhalte stärker zu kontrollieren: 

  1. Zugang zu Open-Access-Content (für Maschinen) einschränken, 

  2. API-Zugangskontrolle, 

  3. Systeme sperren, 

  4. CC-Lizenzen erweitern.

Nachdem im Anschluss an die Inputs klar war, dass auch eine CC-BY-NC-ND-Lizenz eine Nutzung der Inhalte für das KI-Training kommerzieller Anbieter nicht ausschließt (die Text- & Data-Mining-Richtlinie der EU steht hier über der CC-Lizenz), wurden die Teilnehmenden in Break-Out-Sessions geschickt. In ihren Gruppen (sortiert nach den verschiedenen beteiligten Einrichtungsformen: Bibliotheken, Verlage, Wissenschaft, Repositorien und Andere) diskutierten sie die Keypoints für sich bzw. ihre Einrichtung, die sie aus den Inputs mitgenommen haben.

Bibliotheken: Da die CC-Lizenzen nicht die KI-Nutzung von Inhalten verhindern, kann man das ganze auch etwas positiver sehen: Das Einspielen gesicherter Erkenntnisse kann die KI verbessern. Bibliotheken und Repositorien ermöglichen so das Fließen fundierter Informationen in die KI. Hinzu kommt, dass das KI-Training nicht nur bei den Verlagen/kommerziellen Anbietern stattfindet, sondern auch bei offenen Infrastrukturen wie z. B. bei den Bibliotheken selbst oder bei offenen Systemen wie OpenAlex und hierfür ist es notwendig, dass ausreichend Informationen zur freien Verfügung stehen. Außerdem können Bibliotheken den Menschen dabei helfen, sich auf neu entstehenden Plattformen bzw.  in neuen Systemen zurecht zu finden, so wie sie es im Bereich der Publikationsberatung schon tun, wenn sie z. B. zu Predatory Publishing beraten. Was aber auf jeden Fall gebraucht wird, sind neue Fair-Use-Regeln, wie KI-Systeme Repositorien nutzen können bzw.  technische Lösungen um vulnerable Infrastruktur zu schützen (z. B. gespiegelte Repository-Server nur für Bot/KI-Nutzung).

Verlage: Bei den Verlagen wurden v.a. die folgenden Aspekte thematisiert: 1) Verunsicherung bei den Autor*innen und verstärkter Beratungsbedarf, auch Weiterbildungsbedarf im Rights Management (Verträge); 2) KI wird in den (kleineren anwesenden) Verlagen v.a. als Arbeitshilfe genutzt (im Editorialbereich); 3) wurde problematisiert, dass das Editorial Team neue Skills braucht, um KI-generierte Inhalte von solchen von menschlicher Urheberschaft zu unterscheiden. Auch nach den kritischen Einlassungen war man sich einig, dass man weiterhin Open Access publizieren möchte, allerdings mit einem geschärften Bewusstsein für die intendierten Nachnutzungen. Die Entwicklung in diesem Bereich sollte weiter beobachtet werden. Ansonsten wurde gemeinsam darüber spekuliert, ob KI einen epochalen Wandel des Schreibens und Publizierens bedeuten wird oder nicht. Das Thema ist auf jeden Fall in den Verlagen angekommen. 

Wissenschaft: Es ging zunächst um ganz praktische Fragen und Erfahrungen: Was ist zu raten, wenn Verlage an Wissenschaftlicher*innen herantreten und ihnen anbieten, sämtliche Fragen rund um die KI-Nutzung ihrer Veröffentlichungen zu übernehmen? Nach Ansicht von Dr. Till Kreutzer ist es generell keine gute Idee, Entscheidungsbefugnisse abzugeben, nicht zuletzt, weil Verlage meist ganz andere Interesse haben als die Wissenschaftler*innen selbst. Eine Teilnehmer*in konnte das in einem Fall bestätigen, als eine ihrer Veröffentlichungen durch den Verlag ins Englische übersetzt wurde und den Autor*innen lediglich die Möglichkeit verblieb, kleinere Änderungen vorzunehmen – ohne die Möglichkeit, darüber zu entscheiden, ob die Veröffentlichung auf Englisch überhaupt erfolgen soll. Als Journal-Herausgeber*innen denken Wissenschaftler*innen beim Einsatz von KI darüber nach, unter welchen Arbeitsbedingungen die Entscheidung für die Nutzung ausfallen kann. Zuletzt wurde die Frage diskutiert, wie sich der verbreitete Einsatz von KI ganz generell auf die Wissensproduktion auswirken wird, wenn für die Inhalte, ihre Übersetzungen und Review KI verwendet werden. Sollte die Wissenschaft gegensteuern? Ist es erforderlich, sich den Zwängen der “Publish-or-Perish”-Kultur zu entziehen? Und wird die Wissenschaft so ein anderes Verständnis davon entwickeln müssen, was den Kern ihrer Arbeit ausmacht?

Repositorien: In dieser Gruppe waren drei Betreiber*innen von Fachrepositorien der Leibniz-Gemeinschaft sowie ein Universitätsvertreter anwesend, der über den Betrieb eines Repositoriums nachdenkt. Das Thema KI ist für alle noch neu, auch wenn man sich bewusst ist, dass man wertvollen Content frei zur Nachnutzung zur Verfügung stellt. Hinterfragt wurde außerdem, ob das, was die KI macht, wirklich gesetzlich erlaubt ist, so wie Dr. Till Kreutzer es formuliert hat. Auch hier wurden technische Lösungen im Umgang mit KI diskutiert, z. B.  dass man wie bei den Suchmaschinen schon in der robot.txt-Datei notiert, was die KI darf und was nicht. Oder dass man mit den Anbieter*innen Absprachen trifft, wann große Datenmengen abgezogen werden können, sodass der Serverbetrieb für die menschliche Nutzung nicht gestört wird (z. B. nachts oder an Sonntagen).

In der Abschlussdiskussion im Plenum ging es dann noch einmal verstärkt um die juristischen Aspekte, nämlich welche Nachnutzung CC-BY-NC einschränkt oder welches Recht über welchem steht (so stehen Gesetze z. B. über den CC-Lizenzen). Dabei muss zwischen der Nutzung von (urheberrechtlich) geschützten Informationen zum Trainieren einer KI und dem, was die KI daraus macht, unterschieden werden.

Und was bedeutet das jetzt für uns als Teilnehmende und Gestaltende von Publikationsprozessen? Eine verstärkte Kommunikation mit KI-Anbieter*innen über Zugriffsregeln ist erforderlich, um auf technischer Seite Probleme zu vermeiden (z. B. den Zusammenbruch eines Repositoriums wegen zu vieler gleichzeitiger Zugriffe). Darüber hinaus  ist es wichtig, die Autor*innen für das Thema zu sensibilisieren und darüber aufzuklären sowie die KI-Kompetenz für alle zu fördern. So kann das Wissen darüber wachsen, was möglich ist, welche Einsatzmöglichkeiten bestehen, und es wird deutlich, dass KI durch offene und verlässliche Informationen eigentlich nur verbessert werden kann.