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Monika Pohlschmidt

   
   
Monika Pohlschmidt
   Leiterin der Bibliothek
   Leibniz-Institut für Deutsche Sprache
   Mannheim


 

 

 


11.02.2020

Bitte skizzieren Sie das Pilotprojekt des Open-Access-Publikationsfonds und die damit verbundenen Ziele. 

Der Publikationsfonds für Open-Access-Monografien der Leibniz-Gemeinschaft fördert und finanziert die Open-Access-Publikation bislang unveröffentlichter wissenschaftlicher Monografien, Sammelbände oder Beiträge in Sammelwerken. Finanziert wird er über den Strukturfonds der Leibniz-Gemeinschaft. Er ist als Pilotprojekt mit einer Laufzeit von zwei Jahren angelegt (2019 bis 2020).

Dieser Monografienfonds ist als Ergänzung zum schon länger existierenden Zeitschriftenfonds der Leibniz-Gemeinschaft zu betrachten. Gemeinsam mit dem Zeitschriftenfonds fördert die Leibniz-Gemeinschaft Open Access in den verschiedenen Fachdisziplinen mit ihren sehr unterschiedlichen wissenschaftlichen Publikationskulturen.

Grundsätzlich richtet sich dieser Monografienfonds an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Leibniz-Gemeinschaft. Insbesondere ermöglicht er den buchaffinen Disziplinen der Geistes- und Sozialwissenschaften in ihrer vorrangigen Kommunikationskultur im Open Access zu publizieren. Als Pilotprojekt soll er Anreize bieten, diese Publikationsform zu erproben. Und er soll dazu beitragen, die Akzeptanz von Open Access dort zu steigern, wo diese Publikationskultur noch weniger verbreitet ist als den Natur- und Lebenswissenschaften.


Welche Arbeiten werden in diesem Rahmen finanziert?

Der Leibniz-Monografienfonds finanziert und fördert die Open-Access-Publikation von wissenschaftlichen Monografien, Sammelwerken und Beiträgen in Sammelwerken. Gefördert werden auch Dissertationen, die mindestens mit „magna cum laude“ bewertet sind. Voraussetzung ist, dass die Autorinnen und Autoren bzw. Herausgeberinnen und Herausgebern einer Mitgliedseinrichtung der Leibniz-Gemeinschaft angehören und dass das Werk noch nicht veröffentlicht worden ist. Die geförderte Publikation kann auch als Druckausgabe erscheinen. Für die Printausgabe werden allerdings keine Kosten übernommen.
 

Entspricht der Umfang der bisher abgerufenen finanziellen Mittel ihren Erwartungen?

Ja, das Interesse an dem Monografienfonds ist groß. Die Bereitschaft, Bücher im Open Access zu veröffentlichen, ist eindeutig vorhanden. Im ersten Jahr sind 33 Förderanträge eingereicht worden. Dreizehn geförderte Publikationen sind bereits erschienen, bei weiteren fünfzehn Projekten haben wir die Förderung bewilligt. Auszahlen können wir unsere Fördermittel erst, wenn alle Förderkriterien erfüllt und die Bücher online erschienen sind, was bei Buchprojekten teilweise lange dauern kann.
 

Was sind Ihre Förderkriterien? 

Unsere Förderkriterien orientieren sich an den „Qualitätsstandards für Open-Access-Monografien und -Sammelbände“ der AG Universitätsverlage und den „Qualitätsstandards für den Einstieg in die Open-Access-Stellung von Büchern“ des NAOK, KU und transcript.

Die zu fördernde Publikation muss vor der Veröffentlichung ein in der jeweiligen Disziplin übliches Gutachterverfahren durchlaufen haben und es muss sich um die Erstpublikation handeln. Natürlich muss die Online-Publikation kostenfrei und ohne rechtliche oder technische Barrieren zugänglich gemacht werden. Sowohl die Open-Access-Ausgabe als auch die Druckversion müssen im Impressum eindeutig auf den Open-Access-Status verweisen. Diese Information muss auch auf der Internetseite und den Werbematerialien des Verlags gut sichtbar sein. Die Veröffentlichung muss einen persistenten Identifizierer haben und unter einer CC-Lizenz erscheinen, wobei wir CC BY empfehlen. Wichtig ist auch, dass die Online-Publikation in möglichst vielen Repositorien und Fachdatenbanken nachgewiesen wird und die Langzeitarchivierung des geförderten Werkes gewährleistet ist. Und natürlich muss die geförderte Publikation über die Open-Access-Plattform der Leibniz-Gemeinschaft, LeibnizOpen, nachgewiesen werden. In der Publikation sollte zudem auf die Förderung durch unseren Monografienfonds hingewiesen werden.

Um eine Publikation überhaupt fördern zu können, müssen die Verlage die kalkulierten Open-Access-Kosten nachvollziehbar belegen. Wir bitten darum, uns einen Entwurf des Verlagsvertrags vorzulegen und empfehlen, den Verlagen nur ein einfaches Nutzungsrecht einzuräumen.

 

Wie beurteilen Sie die finanziellen Fördermöglichkeiten, also Umfang und Grenzen der Mittel insgesamt?

Der Monografienfonds der Leibniz-Gemeinschaft ist ein zeitlich befristetes Pilotprojekt. Mit diesem Fonds wird eine Anschubfinanzierung für Open-Access-Publikationen geboten, mit dem Anreize geschaffen werden, die Veröffentlichung von Monografien im Open Access zu erproben und anzuregen. Damit wird zugleich involviert, dass diese Art der finanziellen Unterstützung nur zeitlich begrenzt erfolgen kann. Eine Dauerfinanzierung von Open-Access-Monografien durch diesen Monografienfonds wird es nicht geben.

Die Open-Access-Kosten für Monografien fallen sehr unterschiedlich aus. Fakt ist, dass unsere Mittel begrenzt sind und wir nicht jeden Preis für Open Access bezahlen können. Unsere Förderhöchstsummen sind daher gedeckelt, unsere Förderung kann jedoch auch mit anderen Mitteln kombiniert werden.

Eine Transformation in den Open Access ist bei Monografien mit wesentlich mehr Herausforderungen als bei Zeitschriften verbunden. Jede unserer geförderten Open-Access-Publikationen erscheint auch als Printausgabe. Open Access bei Monografien wird hier also nicht einfach die Printausgabe ersetzen, zumal bislang beide Formate gewünscht sind.

Zur mittelfristigen Finanzierung von Open Access bei Monografien werden wir neue und verschiedene Wege beschreiten und erproben müssen.

Weitere Informationen:
https://www.leibniz-gemeinschaft.de/forschung/open-science-und-digitalisierung/open-access.html

 

 

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Freier Zugang zu wissenschaftlicher Literatur - die Open Library Community stellt erneut alle Neuerscheinungen aus dem Fachbereich Politikwissenschaft des transcript Verlages im Open Access bereit. 47 Open-Access-Förderer öffnen den Zugang zur zweiten vollständigen Open- Access-Fachkollektion.

Das Open-Access-Modell des Bielefelder Wissenschaftsverlages transcript war erneut erfolgreich. Ein Netzwerk aus 47 Förderern finanziert zum zweiten Mal die Open-Access- Bereitstellung aller Neuerscheinungen aus dem Programmbereich Politik und trägt damit zur Verstetigung eines transparenten und wirtschaftlich tragbaren Open-Access- Publikationsmodells bei.

Der Verlag dankt der eindrucksvollen Gemeinschaft von Förderern, die das Open-Access- Kooperations-Modell unterstützt haben. Allen voran dem Fachinformationsdienst (FID) Politikwissenschaft POLLUX Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, der sich mit einem Zuschuss von 25% der Gesamtkosten erneut als Hauptsponsor verpflichtet hat. »Unser Ziel ist die optimale Literaturversorgung der Fachcommunity, dies gelingt besonders gut mit Open Access. Der transcript Verlag bietet mit seinem Paket ein transparentes Open-Access-Modell für das wissenschaftliche Publizieren politikwissenschaftlicher Beiträge, an dem wir uns gerne beteiligen.«, sagt Maria Elisabeth Müller vom FID und Direktorin der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen.

Die zwecks Kostendeckelung und Planungssicherheit vorgegebene Mindestteilnehmerzahl von 30 Einrichtungen wurde deutlich überschritten, wodurch eine eindrucksvolle Kostensenkung erreicht wurde: So betragen die Kosten pro Einrichtung nur noch rund 76 € pro Publikation. Sie liegen damit im Rahmen dessen, was für konventionelle E-Books als Lizenz gezahlt wird und deutlich unter den durchschnittlich üblichen Book-Processing-Charges für eine Einrichtung. Vollsponsoren erhalten zusätzlich ein kostenloses Printexemplar der geförderten Bücher, wodurch weitere Erwerbungskosten entfallen. Um allen Open-Access-Unterstützern eine Teilnahme zu ermöglichen, gibt es neben dem vollen Sponsoring zwei weitere Preisstufen: Das Sponsoring Light {38 € pro Publikation) und das neue Mikrosponsoring {13,64 € pro Publikation). »Jede Teilnahme hat dazu beigetragen, dass die Vorteile von Open Access für einen relativ geringen Betrag für den Einzelnen allen Mitgliedern des Wissenschaftsbetriebs zugutekommen.«, sagt Stefanie Hanneken, Vertriebsleitung eContent, transcript Verlag.

 

Über das Projekt

Das Open-Access-Modell folgt dem Erwerbsmodell »E-Book-Paket«. Statt des Erwerbs einer Campuslizenz mit den bekannten Begrenzungen der Nutzungsmöglichkeiten wird die Open- Access-Bereitstellung einer Frontlist finanziert und steht damit allen Wissenschaftsakteuren zur Verfügung. Der Verlag ermittelt das benötigte Budget für die Herstellung und Bereitstellung der Titel und legt eine Mindestteilnehmerzahl fest, wodurch ein maximaler Rechnungsbetrag bestimmt wird. Bei Überschreiten der Mindestteilnehmerzahl sinkt der zu zahlende Betrag für jeden Teilnehmer. Eine Teilnahme ist in drei verschiedenen Preisstufen möglich. Die Sponsoren werden im Impressum des Buchs {gedruckt und digital), auf der Verlagswebsite sowie in den Metadaten als Förderer ausgewiesen.

Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.transcript-verlag.de/open-library-politikwissenschaft.

 

Die Open Library Community Politikwissenschaft 2020

OA Community

 

Über den transcript Programmbereich Politik

Die transcript Politikwissenschaft setzt sich aus den Forschungsfeldern »Internationale und Europäische Politik und Globalisierung«, »Parteien«, »Soziale Bewegungen und Zivilgesellschaft«, »Policy« und »Politische Theorie« zusammen. Zu den Highlights der 2019er Frontlist gehörte u.a. das von Judith Vey, Johanna Leinius und Ingmar Hagemann herausgegebene »Handbuch Poststrukturalistische Perspektiven auf soziale Bewegungen. Ansätze, Methoden und Forschungspraxis« und der Band »Europa erneuern! Eine realistische Vision für das 21. Jahrhundert« von Ulrike Liebert.

Alle Bücher der Open Library 2019 finden Sie u.a. auf der Plattform OAPEN sowie über die Verlagswebsite: https://www.transcript-verlag.de/open-access/?f=12320&p=1

Die 22 Bücher umfassende Titelliste 2020 enthält Werke wie den Sammelband »Making Democracy«, ein innovativer Ansatz für die politische Bildung, mit Beiträgen zu Freiheit, Gleichheit und Solidarität im Alltag, herausgegeben von Elke Rajal, Oliver Marchart, Nora Landkammer und Carina Maier sowie das von Steven Engler, Julia Janik und Matthias Wolf herausgegebene Buch »Energiewende und Megatrends«, über den Einfluss gesellschaftlicher Großentwicklungen auf die Energiewende. Der Band verdeutlicht die Komplexität der energiepolitischen Herausforderungen, indem die Zusammenhänge mit grundlegenden Entwicklungen wie Globalisierung und Digitalisierung aufgezeigt werden.

 

Die Projektpartner

Die »transcript Open Library Politikwissenschaft« ist ein gemeinschaftliches Projekt des transcript Verlages und des Nationalen Open-Access-Kontaktpunkts OA2020-DE. Es wird durch die Infrastruktur von Knowledge Unlatched sowie der Mitarbeit der Bibliothekslieferanten Dietmar Dreier Wissenschaftliche Versandbuchhandlung GmbH, Missing Link Versandbuchhandlung eG und der Schweitzer Fachinformation unterstützt. Die »transcript Open Library Community« besteht aus dem FID Politikwissenschaft als Hauptsponsor, 42 Vollzahler_innen sowie zwei Beteiligungen im Rahmen des »Sponsoring Light« und zwei weiteren im Rahmen des »Mikro-Sponsorings«.

 

Über den Fachinformationsdienst (FID) Politikwissenschaft (POLLUX)

Der FID Politikwissenschaft wird geleitet von Frau Maria Elisabeth Müller von der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen und Herrn Dr. Philipp Mayr vom GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften. Der FID wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert und optimiert nachhaltig die Literaturversorgung und die Informationsinfrastruktur im Bereich der Politikwissenschaft in Deutschland. POLLUX unterstützt damit die überregionale politikwissenschaftliche Forschung. Durch die regelmäßige und kontinuierliche Rückkopplung aller wesentlichen Maßnahmen und Ziele von POLLUX mit der wissenschaftlichen Fachcommunity ist sichergestellt, dass der konkrete Bedarf der Fachcommunity zielgerichtet gedeckt wird.

 

Über Knowledge Unlatched

KU bietet jedem Leser weltweit freien Zugang zu wissenschaftlichen Inhalten. Die Online- Plattform ermöglicht es Bibliotheken weltweit, ihre Unterstützung für Open-Access-Modelle führender Verlage und neuer Initiativen zugunsten von Open Access zu zentralisieren.

 

Kontakte:

FID PolitikwissenschaftMaria Elisabeth Müller, Leiterin des FID Politikwissenschaft, direktion@suub.uni-bremen.de
Knowledge Unlatched: Philipp Hess, Publisher Relations philipp@knowledgeunlatched.org
Nationaler Open-Access-Kontaktpunkt, OA2020-DE: Alexandra Jobmann, Projektmitarbeiterin Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit alexandra.jobmann@uni-bielefeld.de

transcript Verlag: Stefanie Hanneken, eContent und Open Access, open-access@transcript- verlag.de

 

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Logo IT Law

Auch verfügbar in: English

Laufzeit: 2019-2021

Organisator_innen: Peter Lang Verlag, Knowledge Unlatched, Fachinformationsdienst für internationale und interdisziplinäre Rechtsforschung (<intR>²) der Staatsbibliothek zu Berlin

Hintergrund

Der Fachinformationsdienst für internationale und interdisziplinäre Rechtsforschung (<intR>²) der Staatsbibliothek zu Berlin fühlt sich seit seiner Gründung im Jahre 2014 in hohem Maße dem Paradigma des Open Access verpflichtet. Dieses Bekenntnis hat bisher seinen konkreten Ausdruck im Auf- und Ausbau des disziplinären Open Access-Repositoriums <intR>²Dok gefunden, das allen interessierten Angehörigen rechtswissenschaftlicher Forschungseinrichtungen die Erst- oder Zweitveröffentlichung von Texten, Forschungsdaten und audiovisuellen Formaten aus dem Bereich der internationalen und interdisziplinären Rechtsforschung im Open Access ermöglicht.

Unter Vermittlung des Nationalen Open-Access-Kontaktpunkts sowie inspiriert von der OPEN Library Politikwissenschaft hat sich der Fachinformationsdienst für internationale und interdisziplinäre Rechtsforschung – insbesondere mit Blick auf die Open-Access-Transformation von rechtswissenschaftlichen Monographien – entschieden, ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Peter Lang Verlag und Knowledge Unlatched zum Aufbau eines Open Access-E-Book-Pools zum Digitalrecht finanziell und organisatorisch zu unterstützen. Der fokussierte Programmbereich ist bewusst gewählt, ziehen sich doch gerade derzeit rechtliche Fragen der Digitalisierung massiv durch alle Bereiche der Gesellschaft.

Ziel dieses Projekts ist es zunächst, über drei Jahre hinweg (beginnend 2019) jährlich 10 Frontlist-Titel des Peter Lang Verlags im IT-Recht Open Access zur Verfügung zu stellen. Die Auswahl wird durch ein wissenschaftliches Fachkollegium, an dem auch der Fachinformationsdienst beteiligt ist, vorgenommen.


Aufgrund der finanziellen Beteiligung des FID <intR>² sind Teile der Gesamtkosten bereits gedeckt.

Als Vorgeschmack wurden durch den Verlag bereits fünf Titel aus der Back-List Open Access gestellt, die u.a. über <intR>²Dok abrufbar sind (Open Access IT Law).

Konditionen

Die Preisstruktur der Finanzierung von Open Access IT Law hängt von der Anzahl der beteiligten Einrichtungen ab, wobei sich der Jahresbetrag beispielsweise pro Einrichtung/Bibliothek von € 2.145 (bei 20 teilnehmenden Institutionen, was der Mindestsponsorenzahl entspricht) auf bis zu € 1.075 (bei 40 teilnehmenden Institutionen) reduzieren kann.

 

Tabelle IT LAW

Jährlicher Preis pro Bibliothek über einen Zeitraum von 3 Jahren.

Ausblick

Für den Fachinformationsdienst für internationale und interdisziplinäre Rechtsforschung ist dieses Projekt lediglich ein erster Schritt zur Beförderung der Open-Access-Transformation im Bereich der Rechtswissenschaft. Perspektivisch sind daher nicht nur andere Verlage, sondern auch weitere Bereiche der internationalen und interdisziplinären Rechtsforschung in den Fokus dahingehender Aktivitäten zu nehmen.

Wenn auch Sie sich an der Finanzierung von Open Access IT Law beteiligen möchten, wenden Sie sich bitte direkt an Catherine Anderson von Knowledge Unlatched.

Seitens des Peter Lang Verlags steht Ihnen Herr Adam Gardner für die Beantwortung von Fragen sehr gerne zur Verfügung.

Seitens des FIDs steht Ihnen Herr Ivo Vogel von der Staatsbibliothek zu Berlin bei Fragen zur Verfügung

 

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Florian Sprenger

1. Sie haben bereits mehrere Open Access-Titel publiziert, auch der kürzlich im transcript Verlag erschienene Band »Epistomologien des Umgebens«. Wo sehen Sie  die  Vorteile dieser Publikationsform?

Der bedeutendste Vorteil ist fraglos die freie Verfügbarkeit, verbunden mit der Möglichkeit, eigenständig die Verbreitung des eigenen Textes zu unterstützen, indem man das Buch auf die eigene Homepage oder die einschlägigen Plattformen lädt. Hinzu kommt die Tatsache, dass Open Access-Titel auch in Suchmaschinen häufiger gefunden werden, weil der Volltext zur Suche zur Verfügung steht. Diese Effekte verstärken sich gegenseitig.
 
Als Autor verschafft mir Open Access zudem mehr Souveränität gegenüber den anderen Instanzen des Publizierens: Zwar ist das Buch weiterhin eine Ware, für deren Publikation ich einen Druckkostenzuschuss bezahlen muss, doch habe ich das Gefühl, dass durch die Verfügbarkeit des Buches die Monopolstellung traditioneller Großverlage gebrochen werden kann ‒ oder könnte, wenn es denn mit klugen politischen Maßnahmen gelingt, die Versuche eben dieser Verlage zu bändigen, Open Access in eine Ausweitung ihres Geschäftsmodells zu verwandeln. Die Verfügbarkeit des Textes als PDF bringt zudem weitere Vorteile (gegebenenfalls aber auch Nachteile): Der Text ist durchsuchbar, ein Register erübrigt sich, selektives Lesen wird erleichtert.

Neben den Buchpublikationen bei transcript und Meson Press habe ich auch als Redakteur der Zeitschrift für Medienwissenschaft sehr gute Erfahrungen mit Open Access gesammelt. Seit dem Wechsel zum transcript-Verlag erscheint unsere Zeitschrift im goldenen Open Access, d.h. die Texte sind sofort verfügbar und nicht erst nach einem Jahr. Seitdem haben wir deutlich höhere Downloadzahlen registrieren können. Insbesondere die Zusammenarbeit mit dem medienwissenschaftlichen Repositorium in Marburg, bei dem unsere Texte ebenfalls archiviert werden, zeigt deutlich die Vorteile dieser Publikationsform.


2.  Warum haben Sie sich für die cc-by-nc-sa-Lizenz entschieden?

Diese Lizenz stellt neben den üblichen Aspekten von Creative Commons sicher, dass der Text bei einer möglichen Weiterverwendung nur nicht-kommerziell verwendet wird.


3.  Würden Sie kurz erläutern, wer die Finanzierung der Open Access-Gebühr übernommen hat?

Im Rahmen meiner Publikation war ich in der glücklichen Lage, dass das Forschungszentrum für historische Geisteswissenschaften der Universität Frankfurt die Druckkosten und die Johanna Quandt Young Academy (ebenfalls Universität Frankfurt) die Open Access-Gebühren übernommen hat. 

Es gibt zwar in Frankfurt, wie an den meisten deutschen Universitäten auch, einen Open Access-Fonds, doch übernimmt dieser leider keine Kosten für Monographien und ist in den meisten Fällen sehr stark auf die Finanzierung von Texten in naturwissenschaftlichen Journals ausgerichtet. Hier müsste meiner Meinung nach eine Möglichkeit geschaffen werden, dass auch ehrenamtlich betriebene Zeitschriften einfacher an Mittel für Open Access gelangen.


4.  Welche Bedeutung hat es für Sie, dass es auch eine gedruckte und qualitativ hochwertige Ausgabe Ihres Buches gibt?

In meinen Einführungsseminaren in die Medienwissenschaft gebe ich meinen Studierenden gern die Aufgabe, sich selbst beim Lesen unterschiedlicher Medien zu beobachten und herauszufinden, welches Medium sich für welchen Modus der Lektüre am besten eignet. Ein PDF ist ein anderes Medium als ein gedrucktes Buch und bringt entsprechend auch einen anderen Modus der Lektüre mit sich, der sich in unterschiedlichen Formen der Informationsaneignung äußert. Ein PDF ist durchsuchbar und damit für selektives Lesen prädestiniert, weil ich auch in großen Mengen an PDFs schnell die für mich relevanten Stellen identifizieren kann. 

Das Buch als Ding hingegen führt mir die Sequenzialität eines Textes vor Augen: Seiten folgen aufeinander und haben eine räumliche Ausdehnung, die es möglich macht, zu wissen, wo in einem Buch sich eine bestimmte Information befindet. Das Annotieren ist sehr viel einfacher und mit mehr Haftung am Material verbunden. 

Es lassen sich sicherlich noch viele weitere Aspekte ergänzen. Mir ist es aus diesen Gründen sehr wichtig, dass meine Bücher in beiden medialen Formaten erscheinen, um für unterschiedliche Aneignungen zugänglich zu sein.

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Viola Voß

1. Warum hat sich die Universitäts- und Landesbibliothek Münster dafür entschieden, OA-Enabler auch für Monografien in den Humanitites zu werden?

Die Erfahrungen mit unseren Zeitschriftenartikel-Fonds und unseren weiteren Publikationsdienstleistungen haben gezeigt, dass eine Unterstützung für die Open Access-Stellung von Monographien (und auch Sammelbänden und Beiträgen in Sammelbänden) noch ein ›weißer Fleck‹ in unserem Portfolio war. 

Von der Erweiterung unseres Fonds profitieren aber nicht nur die Geisteswissenschaften, sondern alle Fächer der WWU Münster: Das erste geförderte Buch stammte aus der Physik. 


2. Seit wann fördern Sie diesen Buchtyp als OA-Publikationen?
 

Seit November 2017.


3. Mit welchem Fördermodell arbeiten Sie ‒ und warum? Was ist Ihre Zielstellung bei der Förderung von Open Access-Publikationen?

Wir haben die Kriterien für den WWU-Fonds auf der Basis unserer eigenen Erfahrungen im Publizieren und in Anlehnung an die Vorgaben anderer Fonds selbst entwickelt. Wir möchten damit die Open Access-Stellung von Werken ermöglichen, die ansonsten vielleicht nur Closed Access erscheinen würden: Die Mittel unseres Fonds sollen diesen ›Schritt vorwärts‹ unterstützen.


4. Wie sind Ihre bisherigen Erfahrungen?
 

Im Gegensatz zur Förderung von Artikeln in Open Access-Journals, einem recht ›normierten‹ Publikationstyp, handelt es sich bei Monographien oder Sammelbänden immer um Einzelfälle, die spezifisch betrachtet werden müssen. Somit ist der Betreuungsaufwand zum Teil deutlich höher als bei der Artikel-Förderung.

Vor allem für kleinere Verlage ist das Open-Access-Publizieren noch nicht Alltagsgeschäft, sodass z.B. die Erstellung ›sprechender‹ Angebote recht aufwendig und zumTeil mit vielen Nachfragen verbunden ist. Die Verlage, mit denen wir bislang zu tun hatten, waren aber sehr offen und kooperativ, sodass sich eine angenehme Zusammenarbeit entwickelt hat.
Die Autor_innen und Herausgeber_innen, deren Werke wir unterstützen konnten, haben sich darüber natürlich sehr gefreut.

 
5. Haben Sie für Verlage wichtige Hinweise, die wir als OA-Enabler aufgreifen sollten?
  

Wir wünschen uns weiterhin die schon erwähnte Offenheit und die Bereitschaft zu Transparenz und Kooperation: Auch das ›buchförmige‹ Open Access-Publizieren befindet sich derzeit in einer Transformationsphase, die von allen Beteiligten Mit- und manchmal auch Umdenken verlangt, um das gemeinsame Ziel zu erreichen: gute Publikationen frei verfügbar und gut auffindbar zu machen.
 

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NOAK-Logo           eNABLE-lOGO

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,


Bibliotheken sind mit kollektiven Strukturen zum gemeinsamen Erwerb von Inhalten in Form von Konsortien schon länger vertraut. Crowdfunding-Modelle zur Open-Access-Stellung von Publikationen sind für Bibliotheken (und Verlage) jedoch Neuland, da es in diesem Modell nicht nur um eine gemeinsame Finanzierung, sondern vor allem um das gemeinsame Ermöglichen von Open-Access-Publikationen geht. Damit werden Bibliotheken Teil einer Akteurskonstellation im Publikationsprozess, die auch Verlage und Autor*innen umfasst.


Von vielen Akteuren getragene Projekte schonen die Budgets der Einzelnen und erhöhen die Wahrscheinlichkeit des Gelingens der Vorhaben. Für alle Beteiligten wirft diese neue Form der Zusammenarbeit aber auch viele Fragen auf. Das Spektrum reicht von Fragen des Budgets, über die Qualitätssicherung, die konkreten Formen sowie die Sichtbarkeit der Kooperation. Da derzeit noch tragende Modi und Institutionen sowie das Vertrauen in diese innovative Partnerschaft fehlen, gilt es, in einen Erfahrungsaustausch zu treten, in dem alle aufkommenden Fragen, aber auch neue Modelle und Angebote, Ideen und Kritik einen Rahmen finden. Ziel des Austausches ist es, für die Zukunft belastbare Modelle und Modi des miteinander Publizierens zu entwickeln.


Die Plattform ENABLE! Bibliotheken, Verlage und Autor*innen für Open Access in den Humanities und Social Sciences verfolgt das Ziel, die Herausforderungen und Chancen, die Open Access allen Stakeholdern des Publizierens bietet, in Form eines Community-Building-Prozesses aufzugreifen und gemeinsam innovative Publikationsmodelle zu entwickeln. ENABLE! steht daher all jenen offen, die sich aktiv an neuen und partnerschaftlichen Open-Access-Projekten beteiligen und gemeinsam neue Formen des Open-Access-Co-Publishing entwickeln wollen.


Vor diesem Hintergrund laden wir ganz herzlich zum initialen Community-Building-Workshop am 28. Januar 2020 an der Universität Bielefeld ein. Dort wollen wir mit den Teilnehmer*innen Konzept und Zielsetzung der ENABLE!-Community, Partizipationsmöglichkeiten sowie konkrete Vorhaben diskutieren. Wichtig ist dabei, Potenziale und Hemmnisse für das Open-Access-Engagement auf allen Seiten zu identifizieren und gemeinsam an umsetzbaren Lösungen zu arbeiten. 

Wenn Sie Interesse an einer Teilnahme haben, bitten wir um eine Anmeldung bis zum 20.12.2019, da die Plätze begrenzt sind. Der Workshop an sich ist kostenlos, die entstehenden Reisekosten können allerdings nicht übernommen werden.

Hier geht es zur Anmeldung.
 

Mit vielen Grüßen für die ENABLE-Community
Alexandra Jobmann


Alexandra Jobmann
National Contact Point Open Access OA2020-DE
Bielefeld University - Library
Universitätsstraße 25 – 33615 Bielefeld
Tel: +49 (0) 521/106-2546
Mail: alexandra.jobmann@uni-bielefeld.de
Twitter: @oa2020de
ORCID: http://orcid.org/0000-0001-6464-4583


Jetzt Teil der Open-Access-Community für die Geistes- und Sozialwissenschaften werden! Alle Infos unter: https://enable-oa.org/