Wir sind gewachsen!

Seit diesem Monat ist der Arbeitskreis Metadaten für Open-Access-Bücher (AK MOAB) Teil der ENABLE!-Community mit einer eigener Seite: https://enable-oa.org/arbeitskreis-metadaten-fuer-open-access-buecher-moab

Die Initiative aus dem Umfeld von openaccess.nrw und der ENABLE!-Community diskutiert offen darüber, an welchen Stellen im täglichen Umgang mit den Metadaten von OA-Büchern Probleme auftreten, wo Veränderungen notwendig sind und wie diese aus den unterschiedlichen Perspektiven der beteiligten Stakeholder sinnvoll gestaltet werden können. Dabei steht der deutsche Publikationsraum im Mittelpunkt.

An den regelmäßigen Treffen beteiligen sich etwa 15 bis 20 Personen aus Verlagen, Handel, Bibliotheken, Verbünden, Infrastruktureinrichtungen und OA-Projekten. Der offene Austausch hat sich als besonders wertvoll erwiesen, weil er die verschiedenen Anforderungen und Arbeitsweisen der beteiligten Bereiche sichtbar und gemeinsam diskutierbar macht.

Diskussionsthemen sind u. a.:

  • Entwicklung einer Liste notwendiger und wünschenswerter Metadaten
  • Verbesserung von Sichtbarkeit und Auffindbarkeit
  • Analyse bestehender Datenflüsse und Formatwechsel
  • Anforderungen an Metadaten für OA-Bücher
  • Verknüpfung von Open-Access-Ausgabe und Druckausgabe
  • Fragen der freien Nachnutzung von Metadaten
  • wissenschaftliche OA-Bücher in Deutschland

Der Arbeitskreis wird koordiniert von Julia Bartlewski (openCost, Universitätsbibliothek Bielefeld), Katja Dammann (oa.finder, Universitätsbibliothek Bielefeld) und Dorothee Graf (Universitätsbibliothek Duisburg-Essen).

Die Mitglieder kommen unter anderem aus Verlagen, Hochschulbibliotheken, Verbundzentralen, Open-Access-Infrastrukturen und dem Buchhandel.

Mitmachen

Interessierte sind herzlich willkommen. Besonders angesprochen sind Mitarbeitende aus Verlagen, Bibliotheken, Verbundzentralen und Open-Access-Infrastrukturen, die sich mit Metadaten und deren Austausch in Publikations- und Nachweissystemen beschäftigen. Über die Mailingliste informieren wir über Termine, Themen und Ergebnisse des Arbeitskreises. Hier können Sie sich in die Liste eintragen: https://www.listserv.dfn.de/sympa/info/ak_metadaten_oa-buecher

Entstanden sind Repositorien als Preprint-Server, um neue Forschungsergebnisse schnell, noch vor deren Veröffentlichungen in der eigenen Disziplin zu zirkulieren. Später bedienten Repositorien im Wesentlichen den Grünen Open Access, stellten also Publikationen nachträglich im offenen Zugang bereit, die ansonsten schlechter verfügbar wären. Mit dem empirisch erbrachten Nachweis, dass Publikationen in Open-Access-Repositorien besser im Netz gefunden werden als bspw. auf Verlagsservern verfügbare Veröffentlichungen, wurde die Archivierung auch von bereits (im offenen Zugang) publizierten Volltexten auf Repositorien interessant. Die DFG verpflichtet im Rahmen des Open-Access-Publikationskostenprogramms dazu. Spätestens seit der Wendung zu Diamond Open Access rücken Repositorien und Dokumentenserver als publizierende Infrastrukturen in den Blick, sie wandeln sich vom Archiv zum verlagsähnlichen System. Mit online-Dissertationen besteht schon lange ein (Metadatenaustausch-)System zur Dissemination von Open-Access-Publikationen.

Es gibt institutionelle und fachliche Publikationsserver und solche, die sich an keine bestimmte Disziplin richten, dafür aber die Möglichkeit bieten, spezifische Communities zu bilden. Technische und rechtliche Neuerungen führten über die Jahre zu wesentlichen Anpassungen der Server. Waren zahlreiche – wenn nicht die meisten – Repositorien zunächst eigene Softwareentwicklungen, so bedienten sich die Betreiber später frei verfügbarer Software mit den notwendigen Schnittstellen für den Datenaustausch. Wurden in den meisten Fällen PDF und auch (Power-Point-Präsentationen) PPP archiviert, so beschäftigt sich die Open-Science-Community zunehmend mit der Archivierung anderer Publikationsformate wie z.B. Videos, Podcasts oder Blogs. 

Die voranschreitende Open-Access-Entwicklung und der wissenschaftspolitisch geforderte Diamond Open Access offenbart den Wunsch, das Publikationswesen konsequenter in die Hände der Wissenschaftler*innen selbst zu legen. Alle im Publikationsprozess beteiligten Stakeholder (Autor*innen, Verlage, Händler, Bibliotheken) ändern ihre Rollen und Funktionen. Neue Kooperationen und Netzwerke werden gebildet. Welche Aufgaben und Funktionen kommen jetzt und zukünftig den Repositorien zu? Welche Rolle geben sie sich selbst? Welche Herausforderungen und Veränderungen und welche Kooperationen streben sie an? Wie gestalten Repositorienbetreiber das Open-Access-Publizieren für ihre Disziplin, ihre Nutzer*innen, ihre Communities mit? Mit welchen Mitteln und in welcher Rolle bieten sie ihren „Nutzenden“ was an? Mit wem kooperieren sie zu welchem Zweck?

Diesen Fragen gehen wir in dieser Werkstatt nach. Dazu gibt es Impulsvorträge von Servern aus den USA, Norwegen und Deutschland. Die Veranstaltung findet daher in englischer Sprache statt, Fragen und Redebeiträge in deutscher Sprache sind aber immer möglich.

Datum: 18.06.2026

Uhrzeit: 16.00-17.30 Uhr

Eine Anmeldung für die Werkstatt ist nicht erforderlich. Sie können/Ihr könnt über den folgenden Link teilnehmen:

https://uni-due.zoom-x.de/j/63831520872?pwd=ZAIRIl461KVmmbSnLh82rM6g7dbZI4.1

Meeting-ID: 638 3152 0872

Kenncode: 348964

Wir freuen uns auf Ihre/Eure Teilnahme!

Unsere Reihe zu Künstlicher Intelligenz und Open-Access-Publizieren geht weiter

Im vergangenen Mai haben wir uns erstmals in einem ENABLE!-Werkstattgespräch Fragen rund um das Thema „Open Access meets KI“ gewidmet. Auch in diesem Jahr wollen wir uns mit den Problemen und Möglichkeiten von Large Language Models im wissenschaftlichen Publizieren beschäftigen.

Selbst diejenigen, die für Open Access und die Veröffentlichung wissenschaftlicher Erkenntnisse unter freien Lizenzen eintreten, stehen der massenhaften Datennutzung durch KI-Anwendungen teilweise skeptisch gegenüber. Manche stellen sich deshalb sogar die Frage, ob die freie Nutzung wissenschaftlicher Publikationen eingeschränkt werden sollte.

Um „offenes Wissen zu bewahren, [… und] verantwortungsbewusstes KI-Verhalten [zu] fördern, ohne dabei Innovationen einzuschränken“, hat Creative Commons vor kurzem ein neues Modell vorgestellt: CC Signals. Rechteinhaber*innen sollen so die Möglichkeit haben, zu signalisieren, unter welchen Voraussetzungen ihre Inhalte von KI-Systemen genutzt werden dürfen.

In unserem nächsten ENABLE!-Werkstatt-Gespräch wollen wir uns CC Signals näher ansehen und mit unseren Referent*innen diskutieren, wie dieses Modell funktioniert und was wir davon erwarten können.

Datum: 30.04.2026

Uhrzeit: 16:00 - 17:30 Uhr 

Eine Anmeldung für die Werkstatt ist nicht erforderlich. Sie können/Ihr könnt über den folgenden Link teilnehmen:

https://fh-potsdam.zoom-x.de/j/69249044394?pwd=lSgtcgsCznSOs4qddPxtKE7KxewVbz.1

Meeting-ID: 692 4904 4394    |    Kenncode: 92539705

Wir freuen uns auf Ihre/Eure Teilnahme!

Mit der Crowdfunding-Plattform P2O (Purchase to Open) startet ein neues Modell zur Finanzierung wissenschaftlicher Open-Access-Bücher. Bibliotheken können sich ab sofort über ihre gewohnten Lieferanten an der gemeinschaftlichen Finanzierung von Monographien-Neuerscheinungen beteiligen. Die ersten Titel der Verlage transcript und Barbara Budrich stehen bereits zur Verfügung. Ziel von P2O ist es, Open Access so einfach nutzbar zu machen wie den klassischen Bucherwerb. Statt aufwändiger Einzelverträge oder Sonderbudgets setzt die Plattform auf bestehende Strukturen und transparente Prozesse.

Vom Prototyp zur marktreifen Plattform
Im Oktober 2025 wurde P2O auf der Frankfurter Buchmesse erstmals als Prototyp vorgestellt. In den vergangenen sechs Monaten entwickelte die Transform to Open GmbH die Plattform gemeinsam mit Technologiepartnern zur Marktreife. In den kommenden Wochen werden weitere Verlage, darunter Mohr Siebeck und Wochenschau, ihre Titel einstellen.

Kein Risiko für Bibliotheken
Das Besondere an P2O: Bibliotheken gehen bei der Teilnahme kein finanzielles Risiko ein. Wird das Finanzierungsziel eines Titels erreicht, erscheint das Werk im Open Access und wird unter anderem auf OAPEN nachgewiesen. Wird das Ziel nicht erreicht, erhalten die teilnehmenden Einrichtungen automatisch eine Campuslizenz zum gleichen Preis. Der aktuelle Finanzierungsstand ist jederzeit transparent auf der Plattform einsehbar.

Offenes Modell für den gesamten Markt
P2O steht allen wissenschaftlichen Verlagen offen, die Monographien oder Sammelbände Open Access veröffentlichen möchten. Bibliotheken können über ihre etablierten Lieferanten teilnehmen – ohne zusätzlichen Verwaltungsaufwand oder neue Abrechnungswege.

Susanne Göttker von der Fern-Uni Hagen zu Purchase to Open: „P2O ist die Lösung für Bibliotheken, ihre klassischen Erwerbungsvorgänge beizubehalten und damit gleichzeitig die Transformation hin zu Open-Access-Monographie forciert zu unterstützen. Anstelle des Kaufs eines E-Books kann mithilfe der gewohnten, eingespielten Zusammenarbeit mit den Library Suppliern nun die OA-Stellung von Monographien von Autor*innen anderer Einrichtungen auf Einzeltitelbasis bewirkt werden. Die Ermöglichung von Publikationen wird damit zu einem Routinevorgang wie zuvor der Kauf eines Buchs.“

Entstanden aus der Fachcommunity
Die Initiative entstand aus der Enable!-Community und dem GeSIG Netzwerk Fachinformation e.V. Betrieben wird die Plattform von der Transform to Open GmbH. Gesellschafter sind Detlef Büttner, Dietmar Dreier Wissenschaftliche Versandbuchhandlung GmbH, die Missing Link Versandbuchhandlung eG, Philipp Neie, Bertram Salzmann sowie Karin Werner (transcript Verlag).


Weitere Informationen und aktuelle Titel finden Sie unter: www.purchase-to-open.com

Pressekontakt: Julia Bauer, Detlef Büttner
email: presse@purchase-to-open.com

Erste ENABLE!-Werkstatt im neuen Jahr


Die Meinungen darüber, wie viel eine Open-Access-Monographie kosten darf und kann, gehen trotz aller Transparenz-Versuche auf Seiten der Fond-Betreiber und der Verlage auseinander. Die Erfahrungen aus der Praxis zeigen außerdem, dass die am Ende angegebenen Zahlen selten ein Abbild der Realität sind (siehe dazu auch die Veranstaltung "Schulung: Verlagserfahrungen" der VuK OA Berlin Brandenburg und die Kostenaufschlüsselungen für OA-Monografien). Hinzu kommt eine Verschiebung der Finanzierungsbestrebungen hin zu Diamond Open Access. Nichts desto trotz bleibt das Thema virulent. Daher wollen wir die beteiligten Akteure noch einmal zusammenbringen und versuchen, ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln.

Alle erhalten die Möglichkeit, ihre Perspektive darzulegen. Anschließend wollen wir diskutieren, was das Ansinnen hinter den Nachfragen seitens der Bibliotheken nach transparenten Kostenaufstellungen ist, ob das Verharren auf Kostentransparenz in der bisherigen Form noch Sinn ergibt und wie die Finanzierung von OA-Monographien auch im Kontext neuer/anderer Modelle wie Diamond OA oder Purchase to Open aussehen kann.

Datum: 19.02.2026

Uhrzeit: 16:00 - 17:30 Uhr

Eine Anmeldung für die Werkstatt ist nicht erforderlich. Sie können/Ihr könnt über den folgenden Link teilnehmen:

https://uni-due.zoom-x.de/j/63831520872?pwd=ZAIRIl461KVmmbSnLh82rM6g7dbZI4.1

Meeting-ID: 638 3152 0872 | Kenncode: 348964

Wir freuen uns auf Ihre/Eure Teilnahme! 

 

Liebe ENABLE!-Community,

das Jahr 2025 war bei ENABLE! geprägt von drei thematischen Schwerpunkten:

  1. Open Access und KI (Bericht zur Werkstatt),
  2. Community-Meeting zu 6 Jahren ENABLE!-Community (hier gehts zum Bericht),
  3. und der Start von Purchase to Open (P2O). 

Alles Themen, die uns sicherlich noch weiter begleiten werden. KI ist da und geht auch nicht mehr weg, P2O entwickelt sich und wächst und auch die ENABLE!-Community - also wir alle zusammen - hat noch einiges vor: Open Access in den Geistes- und Sozialwissenschaften bietet noch ausreichend Entwicklungs- und Diskussionspotential. 

Wir haben auch schon Ideen für das neue Jahr: so wird es am 20.01.26 um 14 Uhr einen Nachholtermin für die unterbrochene Werkstatt zu Purchase to Open geben und im Februar diskutieren wir mit den Fokusgruppen OA-Monographienfonds und -Kostentransparenz und zwei Verlagen darüber, was die (OA-Monographien)-Welt kostet. Weitere Werkstätten sind in der Planung.

Leider hatten wir dieses Jahr auch ein paar technische Probleme mit Zoom, die wir jetzt (hoffentlich vollständig) beheben konnten, sodass es im neuen Jahr wieder rund läuft. 

Wir freuen uns darauf, mit Ihnen und Euch ein gutes neues Open-Access-Jahr 2026 begehen zu können!

Mit den besten Grüßen und Wünschen aus dem ENABLE!-Steuerungsgremium
 

Evin Dalkilic
Agathe Gebert
Dorothee Graf
Alexandra Jobmann
Diane Korneli-Dreier
Karin Werner