Zweites ENABLE-Werkstattgespräch am 14.10.2021 - disziplinorientiertes Open Access

Im zweiten ENABLE-Werkstatt-Gespräch steht diesmal der disziplinorientierte Ansatz für Open-Access-Publikationen im Vordergrund. Das BMBF-Projekt OAdine - Open Access disziplinorientiert und nachhaltig ermöglichen wird seine ersten Zwischenergebnisse präsentieren.

Ziel von OAdine ist es, für die Open-Access-Transformation in den Sozial- und Geisteswissenschaften eine Finanzierung zu entwickeln, die sich nicht am Standort der Universität, sondern an den Autor*innen und Herausgebenden in ihren jeweiligen Disziplinen und deren spezifischen Publikationsbedarfen orientiert.

Darüber hinaus soll langfristig die Infrastruktur für eine dauerhafte community-basierte Finanzierung von Open-Access-Publikationen geschaffen werden, bei der die Autor*innenbeiträge künftig entfallen.

Uhrzeit: 16.00 - 17.30 Uhr

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Sie können über folgenden Link teilnehmen:

https://hcu-hamburg.zoom.us/j/87022927689

Meeting-ID: 870 2292 7689
Kenncode: 449082

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Am 09.09. zusammen kommen und mehr über transformationsbezogene Open-Access-Ansätze lernen

Im ersten ENABLE-Werkstatt-Gespräch nach der Sommerpause stellt sich das BMBF-Projekt TOAA – Transformationsbezogene Open-Access-Ansätze der Community und allen Interessierten vor.

Ziel von TOAA ist es, die Open-Access-Transformation in den Sozial- und Geisteswissenschaften parallel auf drei Ebenen – disziplinär, evidenzbasiert sowie am Buchtyp orientiert – voranzubringen. Um das zu erreichen, wird über drei Module mit verschiedenen Ansätzen experimentiert.

Bei der Open Library Medienwissenschaft werden zusätzlich zu den bereits im Open Access eingeplanten Titeln 26 weitere Nova im Open Access realisiert und die Gründung eines überregionalen Bibliothekskonsortium angestrebt.

Beim Modul "Best Performer" werden Titel basierend auf ihren Nutzungszahlen für eine Open-Access-Veröffentlichung ausgewählt.

Und beim Modul "Lehrbücher im Open Access" werden die Spezifika und Möglichkeiten von Lehrbüchern im Open Access erforscht.

Uhrzeit: 16.00 - 17.30 Uhr

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Sie können über folgenden Link teilnehmen:

https://hcu-hamburg.zoom.us/j/87022927689

Meeting-ID: 870 2292 7689
Kenncode: 449082

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

FID startet Projekt zur föderierten Finanzierung von Open-Access-E-Books durch zwei Transformationspakete

Das Prinzip der Crowdfunding-Finanzierung von Open-Access-E-Books breitet sich aus. Nun plant der Fachinformationsdienst Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung (FID) zusammen mit dem Kompetenzzentrum für Lizenzierung (KfL) und peDOCS 20 Open-Access-Buchtitel verschiedener Verlage aus den Jahren 2022 und 2023 im Rahmen zweier Open-Access-Transformationspakete über Crowdfunding durch Bibliotheken zu finanzieren. Die Titel sollen aus den Bereichen Erziehungswissenschaft, Fachdidaktik und Bildungsforschung inklusive der Hochschulforschung, Schulbuch - und Bildungsmedienforschung sowie Bildungsgeschichte kommen und werden von einer eigens dafür zusammengestellten Fachjury ausgewählt.

Der FID beteiligt sich als Hauptsponsor an den Publikationskosten und wird mit den teilnehmenden Verlagen vertragliche Vereinbarungen abschließen. Gefördert werden nur Publikationen, deren gesamte OA-Publikationskosten € 5000,- Brutto nicht überschreiten.

Interessierte Verlage, die sich an dem Projekt beteiligen und eine Förderung für Ihre Titel erhalten wollen, haben noch die Möglichkeit, sich bis zum 29. August 2021 unter der Mailadresse pedocs@dipf.de anzumelden.

Bericht zum Community Treffen am 08.07.2021

Das Community Meeting am 08. Juli stand ganz im Zeichen künftiger, verstärkter Zusammenarbeit der einzelnen, bei ENABLE! engagierten Akteursgruppen.
So konnten wir mit den Vertreter*innen der BMBF-Projekte OAPenz & AuROA, dem Projekt OPERAS-GER, der UB Leipzig und dem Fachinformationsdienst Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft neue Interessenten begrüßen.

Zu Beginn erfolgt der angekündigte Bericht des Übergangssteuerungsgremium zu dem aktuellen Stand des Organisationsentwicklungsprozesses. Ausgangspunkt war die Überlegung, Governance-Strukturen für ENABLE! zu etablieren, um die Belange der Community zu bündeln, besser zu strukturieren und voranzubringen. Eine wesentliche Anforderung an solche Strukturen ist ihre Verwurzelung in und ihre Anerkennung durch die Community.

Den Kern des bisherigen OE-Prozesses bildeten neben vor- und nachbereitenden Reflektionen und Diskussionen drei jeweils halbtägige Intensiv-Workshops im Mai 2021 mit dem Übergangssteuerungsgremium und zwei professionellen Organisationsentwicklerinnen der Uni Bielefeld.

In diesen Workshops wurden folgende Fragen bearbeitet:

  1. Wofür brauchen wir Organisationstrukturen?
  2. Welche Ressourcen sind in der Community vorhanden, um sie zu verstetigen und zu erweitern?
  3. Wie kann eine Struktur für ENABLE! aussehen?

Die zentralen Ergebnisse aus diesen Workshops lassen sich wie folgt zusammenfassen: Gemeinsame Ziele sind da, aber das Was – Wer – Wie bleibt bisher ungeklärt. Diese Werte müssen in Richtung Handlung konkretisiert werden und zwar unter der Herausforderung, die vielfältigen Interessen beizubehalten. Es ist hilfreich, sich besser kennenzulernen, um ein Vertrauensverhältnis aufzubauen, denn unsere Ziele lassen sich nur gemeinsam erreichen. Dabei müssen vorhandene Differenzen offen thematisiert, Unterschiede anerkannt und schrittweise ausgeräumt werden. Gleichzeitig braucht es Mut zur Aufrechterhaltung differenzierter Positionen.

Basierend auf den erarbeiteten und diskutierten Punkten wurde folgender Strukturenwurf vorgeschlagen: Angelehnt an das Holacracy-Modell werden aus dem Plenum der Community-Mitglieder thematische und/oder stakeholderbezogene Kreise gebildet (als Pendant zu den jetzigen AGs). Diese arbeiten selbstbestimmt und bestimmen demokratisch eine/n Repräsentant*in. Diese Repräsentant*innen aus allen Kreisen bilden den Super-Kreis oder Circle (als Pendant zum jetzigen Steuerungsgremium). Die Mitglieder des Super-Kreises treffen sich regelmäßig und tauschen sich über den Fortgang der Arbeit der Kreise sowie über alle damit zusammenhängenden Themen und Probleme aus.

Diese basisdemokratische Form braucht Zeit, sich zu entwickeln, aber auch Stetigkeit und einen regelmäßigen Austausch, um in einen gemeinsamen Arbeitsmodus zu finden. Dafür (und zum besseren Kennenlernen und Ausbilden der angesprochenen Kreise) wird es unverbindliche, zwanglose Gesprächsrunden an jedem zweiten Donnerstag im Monat ab 16 Uhr geben, die von verschiedenen Personen thematisch vorbereitet und begleitet werden. Durch die thematische und personelle Verbindung mit einem Teil der BMBF-geförderten Open-Access-Projekte, bieten sich diese als Startpunkt und Impulsgeber dafür an.

Das Vorgehen wurde von den beteiligten ENABLE!-Mitgliedern befürwortet und soll sukzessive umgesetzt werden.

Als Einstieg in das neue Format präsentierte das Projekt "AuROA – Autor:innen und Rechtssicherheit für Open Access" zentrale Ergebnisse ihres ersten Stakeholder-Workshops. Im Mittelpunkt des Workshops standen die Interessen, Wünsche und Sorgen von Buchhandel, Verlagen, Bibliotheken, Forschenden, Lehrenden sowie Autor*innen beim Thema Open Access Publizieren in den sozial- und geisteswissenschaftlichen Verlagen. Diese sollen in die Entwicklung der Musterverträge mit einfließen. Ausgearbeitet wurden daher sogenannte Pain Points der jeweiligen Gruppe und Anforderungen an den noch zu erstellenden Leistungskatalog über die Bedarfe und Optionen bei einer Open-Access-Publikation. Zu diesen Anforderungen gehören u.a. die Berücksichtigung von Fachspezifika und Publikationskultur, Sichtbarkeit, Klarheit über Finanzierungsoptionen, Metadaten-Mindestqualität und Langzeitarchivierung.  

Das nächste ENABLE!-Werkstatt-Gespräch findet am 09.09. von 16-17.30 Uhr statt und wird von dem Projekt "TOAA – Transformationsbezogene Open-Access-Ansätze" gestaltet.
Die Zugangsdaten werden hier rechtzeitig bekannt gegeben.

Anja Oberländer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  Dr. Anja Oberländer
  Leitung Science Open
  Universität Konstanz

 

   



14.07.2021

Sie sind seit Jahren in der Open-Access-Bewegung engagiert. Welche Fortschritte sehen Sie bezüglich der Open-Access-Stellung von wissenschaftlichen Monografien heute im Vergleich zu vor fünf Jahren?

In diesen fünf Jahren hat sich sehr viel getan und das Thema hat stark an Bedeutung zugenommen. Zum einen haben viele Einrichtungen die Monografienförderung in ihre Publikationsfonds mit aufgenommen. Auch das neue Programm Open-Access-Publikationskosten der DFG und das aktuelle Open-Access Förderprogramm des BMBF zeigen, dass die Monografien mehr ins Blickfeld gerückt sind. Auf Seiten der Verlage tut sich auch einiges, viele bieten inzwischen Open-Access-Optionen für Monografien an. Zudem gibt es zahlreiche Projekte und Initiativen auf internationaler Ebene wie OPERAS und COPIM, die sich mit dem Thema beschäftigen.

Wo sehen Sie noch große Hindernisse?

Hindernisse sehe ich vor allem bei den Preisen. Viele Verlagsangebote für Open-Access-Monografien sind einfach noch viel zu hoch und schrecken viele Wissenschaftler*innen ab. Die Preise orientieren sich vielfach an bisherigen Einnahmemodellen der Verlage und kalkulieren teilweise die bei einer Open-Access-Monografie entfallenden Einnahmen aus ebook-Verkäufen ein. Aus Sicht der gewinnorientierten Verlage ist das nachvollziehbar, aus Sicht der Wissenschaftler*innen sind dies aber keine Kostenpositionen, für die sie bereit sind zu zahlen.

Benachteiligt sind hier vor allem auch Wissenschaftler*innen, die nicht auf finanzielle Unterstützung aus der Einrichtung oder aus Drittmitteln angewiesen sind. Zu diesen finanziellen Aspekten kommen auch rechtliche Hürden, wie Unsicherheiten beim Aufsetzen von Verlagsverträgen oder die Tatsache, dass Bücher komplexer aufgebaut sind und weniger normiert als Zeitschriftenartikel.

Kurz auf den Punkt gebracht: Welche Ziele verfolgt open-access.network?

Das Projekt hat das Ziel, eine bundesweite Kompetenz- und Vernetzungsplattform zu Open Access einzurichten, die zur Beschleunigung der Open-Access-Transformation beiträgt.

Seit Projektstart arbeiten wir daran, vorhandene Initiativen zu vernetzen und den Austausch innerhalb der Wissenschaft zu Open Access nachhaltig zu verbessern. Es werden disziplinübergreifend, zentral und zuverlässig Informationen zum Thema Open Access zur Verfügung gestellt. Neu erstellte Kurzvideos, Leitfäden und Praxistipps – alle frei zugänglich und nachnutzbar – sowie zielgruppenspezifische Fortbildungsangebote bieten  Wissenschaftler*innen sowie Multiplikator*innen in Wissenschaft und Bibliotheken die Möglichkeit, sich umfassend weiterzubilden. Mit unseren Angeboten möchten wir umfassende Kompetenzen zu praktischen, organisatorischen und rechtlichen Fragestellungen vermitteln.

Welche Empfehlungen haben Sie für Verlage in Bezug auf das Ziel der Open-Access-Transformation ihrer Programme?

Aus meiner Sicht müssen die Angebote der Verlage noch attraktiver für die Autor*innen werden. Das kann einerseits über die Erweiterung des Leistungsspektrums geschehen, aber natürlich auch – und damit knüpfe ich an das vorhin bereits Gesagte an – über angemessene Preise im Sinne eines fairen Open Access.

Ein Faktor, der eng damit zusammenhängt, ist Transparenz. Die transparente Kommunikation der eigenen Geschäftsmodelle sowie der erbrachten Leistungen würde auch das Vertrauen in Open-Access-Angebote stärken.

Und schließlich möchte ich den Verlagen empfehlen, Open Access als Chance zu begreifen. Open Access bietet den Verlagen fantastische Möglichkeiten, ihrem zentralen Auftrag – der Verbreitung von Wissen – bestmöglich nachzukommen. Auf diese Weise können Verlage einen wichtigen Beitrag für die Open-Access-Transformation leisten!

Weitere Informationen:

Dr. Anja Oberländer
Universität Konstanz
Leitung Open Science
E-Mail: anja.oberlaender@uni-konstanz.de
www.kim.uni-konstanz.de/openscience

Community Meeting am 08. Juli

Eine Community lebt von und mit ihren Mitgliedern! Daher findet am 08. Juli 2021 das nächste ENABLE! Community Meeting statt.

Das Übergangssteuerungsgremium wird von dem im März angekündigten Organisationsentwicklungsprozess berichten und die Ergebnisse zur gemeinsamen Diskussion stellen.

Das Community Meeting soll außerdem der Auftakt für künftige monatliche Treffen sein (eine Art ENABLE!-Stammtisch), die zur Etablierung eines regelmäßigen Austausches und der verstärkten Zusammenarbeit beitragen. Z.B. indem die BMBF-gefördeten Open-Access-Projekte von ihren bisherigen Projektergebnissen berichten. Den Auftakt macht dabei das Projekt AuROA mit einem kurzen Bericht zweier Stakeholder-Workshops. Und in einer OpenSpace-Runde am Ende gibt es die Möglichkeit, sich auszutauschen und die nächsten Treffen zu planen.

Wann? 08.07.2021
Uhrzeit? 16-17.30 Uhr
Wo? Zoom

Bei Teilnahme-Interesse bitte ein Mail an info.enable-oa@uni-bielefeld.de senden, wir schicken dann die Zoom-Daten zu.

Wir freuen uns auf Euch!