Unsere Reihe zu Künstlicher Intelligenz und Open-Access-Publizieren geht weiter

Im vergangenen Mai haben wir uns erstmals in einem ENABLE!-Werkstattgespräch Fragen rund um das Thema „Open Access meets KI“ gewidmet. Auch in diesem Jahr wollen wir uns mit den Problemen und Möglichkeiten von Large Language Models im wissenschaftlichen Publizieren beschäftigen.

Selbst diejenigen, die für Open Access und die Veröffentlichung wissenschaftlicher Erkenntnisse unter freien Lizenzen eintreten, stehen der massenhaften Datennutzung durch KI-Anwendungen teilweise skeptisch gegenüber. Manche stellen sich deshalb sogar die Frage, ob die freie Nutzung wissenschaftlicher Publikationen eingeschränkt werden sollte.

Um „offenes Wissen zu bewahren, [… und] verantwortungsbewusstes KI-Verhalten [zu] fördern, ohne dabei Innovationen einzuschränken“, hat Creative Commons vor kurzem ein neues Modell vorgestellt: CC Signals. Rechteinhaber*innen sollen so die Möglichkeit haben, zu signalisieren, unter welchen Voraussetzungen ihre Inhalte von KI-Systemen genutzt werden dürfen.

In unserem nächsten ENABLE!-Werkstatt-Gespräch wollen wir uns CC Signals näher ansehen und mit unseren Referent*innen diskutieren, wie dieses Modell funktioniert und was wir davon erwarten können.

Datum: 30.04.2026

Uhrzeit: 16:00 - 17:30 Uhr 

Eine Anmeldung für die Werkstatt ist nicht erforderlich. Sie können/Ihr könnt über den folgenden Link teilnehmen:

https://fh-potsdam.zoom-x.de/j/69249044394?pwd=lSgtcgsCznSOs4qddPxtKE7KxewVbz.1

Meeting-ID: 692 4904 4394    |    Kenncode: 92539705

Wir freuen uns auf Ihre/Eure Teilnahme!

Mit der Crowdfunding-Plattform P2O (Purchase to Open) startet ein neues Modell zur Finanzierung wissenschaftlicher Open-Access-Bücher. Bibliotheken können sich ab sofort über ihre gewohnten Lieferanten an der gemeinschaftlichen Finanzierung von Monographien-Neuerscheinungen beteiligen. Die ersten Titel der Verlage transcript und Barbara Budrich stehen bereits zur Verfügung. Ziel von P2O ist es, Open Access so einfach nutzbar zu machen wie den klassischen Bucherwerb. Statt aufwändiger Einzelverträge oder Sonderbudgets setzt die Plattform auf bestehende Strukturen und transparente Prozesse.

Vom Prototyp zur marktreifen Plattform
Im Oktober 2025 wurde P2O auf der Frankfurter Buchmesse erstmals als Prototyp vorgestellt. In den vergangenen sechs Monaten entwickelte die Transform to Open GmbH die Plattform gemeinsam mit Technologiepartnern zur Marktreife. In den kommenden Wochen werden weitere Verlage, darunter Mohr Siebeck und Wochenschau, ihre Titel einstellen.

Kein Risiko für Bibliotheken
Das Besondere an P2O: Bibliotheken gehen bei der Teilnahme kein finanzielles Risiko ein. Wird das Finanzierungsziel eines Titels erreicht, erscheint das Werk im Open Access und wird unter anderem auf OAPEN nachgewiesen. Wird das Ziel nicht erreicht, erhalten die teilnehmenden Einrichtungen automatisch eine Campuslizenz zum gleichen Preis. Der aktuelle Finanzierungsstand ist jederzeit transparent auf der Plattform einsehbar.

Offenes Modell für den gesamten Markt
P2O steht allen wissenschaftlichen Verlagen offen, die Monographien oder Sammelbände Open Access veröffentlichen möchten. Bibliotheken können über ihre etablierten Lieferanten teilnehmen – ohne zusätzlichen Verwaltungsaufwand oder neue Abrechnungswege.

Susanne Göttker von der Fern-Uni Hagen zu Purchase to Open: „P2O ist die Lösung für Bibliotheken, ihre klassischen Erwerbungsvorgänge beizubehalten und damit gleichzeitig die Transformation hin zu Open-Access-Monographie forciert zu unterstützen. Anstelle des Kaufs eines E-Books kann mithilfe der gewohnten, eingespielten Zusammenarbeit mit den Library Suppliern nun die OA-Stellung von Monographien von Autor*innen anderer Einrichtungen auf Einzeltitelbasis bewirkt werden. Die Ermöglichung von Publikationen wird damit zu einem Routinevorgang wie zuvor der Kauf eines Buchs.“

Entstanden aus der Fachcommunity
Die Initiative entstand aus der Enable!-Community und dem GeSIG Netzwerk Fachinformation e.V. Betrieben wird die Plattform von der Transform to Open GmbH. Gesellschafter sind Detlef Büttner, Dietmar Dreier Wissenschaftliche Versandbuchhandlung GmbH, die Missing Link Versandbuchhandlung eG, Philipp Neie, Bertram Salzmann sowie Karin Werner (transcript Verlag).


Weitere Informationen und aktuelle Titel finden Sie unter: www.purchase-to-open.com

Pressekontakt: Julia Bauer, Detlef Büttner
email: presse@purchase-to-open.com

Erste ENABLE!-Werkstatt im neuen Jahr


Die Meinungen darüber, wie viel eine Open-Access-Monographie kosten darf und kann, gehen trotz aller Transparenz-Versuche auf Seiten der Fond-Betreiber und der Verlage auseinander. Die Erfahrungen aus der Praxis zeigen außerdem, dass die am Ende angegebenen Zahlen selten ein Abbild der Realität sind (siehe dazu auch die Veranstaltung "Schulung: Verlagserfahrungen" der VuK OA Berlin Brandenburg und die Kostenaufschlüsselungen für OA-Monografien). Hinzu kommt eine Verschiebung der Finanzierungsbestrebungen hin zu Diamond Open Access. Nichts desto trotz bleibt das Thema virulent. Daher wollen wir die beteiligten Akteure noch einmal zusammenbringen und versuchen, ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln.

Alle erhalten die Möglichkeit, ihre Perspektive darzulegen. Anschließend wollen wir diskutieren, was das Ansinnen hinter den Nachfragen seitens der Bibliotheken nach transparenten Kostenaufstellungen ist, ob das Verharren auf Kostentransparenz in der bisherigen Form noch Sinn ergibt und wie die Finanzierung von OA-Monographien auch im Kontext neuer/anderer Modelle wie Diamond OA oder Purchase to Open aussehen kann.

Datum: 19.02.2026

Uhrzeit: 16:00 - 17:30 Uhr

Eine Anmeldung für die Werkstatt ist nicht erforderlich. Sie können/Ihr könnt über den folgenden Link teilnehmen:

https://uni-due.zoom-x.de/j/63831520872?pwd=ZAIRIl461KVmmbSnLh82rM6g7dbZI4.1

Meeting-ID: 638 3152 0872 | Kenncode: 348964

Wir freuen uns auf Ihre/Eure Teilnahme! 

 

Liebe ENABLE!-Community,

das Jahr 2025 war bei ENABLE! geprägt von drei thematischen Schwerpunkten:

  1. Open Access und KI (Bericht zur Werkstatt),
  2. Community-Meeting zu 6 Jahren ENABLE!-Community (hier gehts zum Bericht),
  3. und der Start von Purchase to Open (P2O). 

Alles Themen, die uns sicherlich noch weiter begleiten werden. KI ist da und geht auch nicht mehr weg, P2O entwickelt sich und wächst und auch die ENABLE!-Community - also wir alle zusammen - hat noch einiges vor: Open Access in den Geistes- und Sozialwissenschaften bietet noch ausreichend Entwicklungs- und Diskussionspotential. 

Wir haben auch schon Ideen für das neue Jahr: so wird es am 20.01.26 um 14 Uhr einen Nachholtermin für die unterbrochene Werkstatt zu Purchase to Open geben und im Februar diskutieren wir mit den Fokusgruppen OA-Monographienfonds und -Kostentransparenz und zwei Verlagen darüber, was die (OA-Monographien)-Welt kostet. Weitere Werkstätten sind in der Planung.

Leider hatten wir dieses Jahr auch ein paar technische Probleme mit Zoom, die wir jetzt (hoffentlich vollständig) beheben konnten, sodass es im neuen Jahr wieder rund läuft. 

Wir freuen uns darauf, mit Ihnen und Euch ein gutes neues Open-Access-Jahr 2026 begehen zu können!

Mit den besten Grüßen und Wünschen aus dem ENABLE!-Steuerungsgremium
 

Evin Dalkilic
Agathe Gebert
Dorothee Graf
Alexandra Jobmann
Diane Korneli-Dreier
Karin Werner

Autor*in: Björn Gebert (SUB Göttingen)

In der ENABLE!-Community vernetzen sich seit nunmehr sechs Jahren Bibliotheken, Buchhandel, Autor*innen, Wissenschaftsförderer und Publikationsdienstleister wie Verlage, aber auch Fachrepositorien und scholarled-Initiativen. ENABLE! hat ein Forum geschaffen, in dem sich unterschiedliche Open-Access-Akteur*innen gemeinsam den Herausforderungen stellen, die Open Access für Identitäten, Publikations-, Erwerbungs- und Vertriebsprozesse, Geschäfts- und Finanzierungsmodelle etc. mit sich bringt. Gemeinsam ermöglichen sie Open Access. Sie beobachten, diskutieren und realisieren neue Entwicklungen. 

Mit einem Roundtable, der am 10. Juli 2025 im Rahmen eines Community-Meetings von ENABLE! online stattfand, wurde nicht nur ein Blick auf die Veränderungen und Entwicklungen der letzten Jahre und den erreichten Status quo geworfen. Unter anderem im Bibliothekswesen gehört Open Access mittlerweile zum Alltagsgeschäft, ein Zurück ist undenkbar, wie Alexandra Jobmann (HafenCity Universität Hamburg) in ihrer Einführung feststellte. Während vor wenigen Jahren noch die Integration von Open Access in die Medienerwerbung und Budgetplanung grundlegend zu lösen gewesen wären, seien für die Praxis heute eher Detailfragen wie etwa die sinnvolle Abbildung von APCs offen. Doch gäbe es auch noch genügend Baustellen, weswegen bei dieser Gelegenheit vor allem auch der Blick nach vorn gewagt werden solle. Es stand also auch eine – vorsichtige – Prognose für die Zukunft auf der Tagesordnung: Wohin geht die Reise im Open Access, insbesondere in den Geistes- und Sozialwissenschaften? 

Der Roundtable – eingeleitet von Alexandra Jobmann (HafenCity University Hamburg) und moderiert von Agathe Gebert (GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften) – vereinte die verschiedenen bei ENABLE! aktiven OA-Sparten durch die folgenden Personen:

  • Franziska Deller (Verlag Barbara Budrich) für die Verlage
  • Thomas Dohme (Schweitzer Fachinformationen) für den Buchhandel
  • Angela Holzer (DFG) und Henriette Lüning (BMFTR) für die Forschungsförderung
  • Hildegard Schäffler (Bayerische Staatsbibliothek München) für Open-Access-Konsortien/Bibliotheken
  • Ludo Waltman (Leiden Manifesto) für den Bereich Research Assessment
  • Marcel Wrzesinski (Medizinische Bibliothek der Charité Berlin, Fokusgruppe „scholar-led.network“ beim open-access.network, SeDOA) für den Bereich Diamond OA

Zunächst gab es im Zuge von „Blitz-Statements“ für alle Genannten die Möglichkeit darzulegen, wo aus ihrer Sicht Open Access heute steht und was sie aktuell als größte Challenge wahrnehmen. Dabei wurden einerseits die großen Fortschritte der Open-Access-Bewegung in den letzten zwanzig Jahren anerkannt, auch wenn die Entwicklung hier lange Zeit, so Angela Holzer, nicht in die bei der Berliner Erklärung 2003 noch angedachte Richtung gelaufen sei, und erst jetzt durch die zunehmende Bedeutung von Diamond Open Access (DOA) und scholarled-Publishing das ursprüngliche Thema wieder Fahrt aufnehme. Marcel Wrzesinski sieht etwa durch die vielerorts entstehenden Informationsbudgets und die damit verbundenen Möglichkeiten für strategische Entscheidungen bei der Förderung günstige Bedingungen zur Neuaufstellung und hofft auf eine weitere Beförderung eines „Kulturwandels zu Open Access“. Andererseits sei aber auch noch viel zu tun, vieles sei noch ungeklärt. Neue Fragestellungen seien durch die erzielten Erfolge selbst aufgekommen, aber auch technologische Entwicklungen (Stichwort „Künstliche Intelligenz“) beeinflussten das Open-Access-Publizieren. 

Besonders die nachhaltige Finanzierung von Open Access und die Entwicklung von für die jeweiligen Fächer geeigneten Modellen wurden als Herausforderung gesehen. Damit verbunden war auch die Diskussion bisheriger Finanzierungsmodelle und deren Beitrag zur Transformation hin zu mehr Open Access. Hier verwies vor allem Marcel Wrzesinski auf nicht erfüllte Erwartungen aus den DEAL-Verträgen und sprach von einer „transformativen Sackgasse“. Über DEAL und die Publish-and-Read-Verträge wurde die OA-Publikation vieler Artikel gefördert, wie auch Hildegard Schäffler betonte, ein Flipping der Zeitschriften selbst aber fand nur selten statt. Auch Verlage und Buchhändler bewegt die nachhaltige Finanzierung von Open Access. Thomas Dohme machte deutlich, dass den Buchhandel weiterhin das Finden und Festigen einer Rolle im Prozess von OA-Publikationen beschäftige. Ludo Waltman benannte Erschwernisse beim Publizieren insgesamt, die oft eine bürokratische Herausforderung mit sich brächten. Er betonte die Notwendigkeit eines Wandels hin zu Open Science über den Teil-Aspekt von Open Access hinaus und setzte ein klares Statement für Open-Peer-Review-Verfahren, um Intransparenz und lange Begutachtungszeiten zu überwinden und zu einem direkten Austausch von Autor*innen mit Gutachter*innen und der Gesellschaft in der Breite über wissenschaftliche Inhalte zu gelangen. Auch Angela Holzer stellte fest, dass das Publikationssystem insgesamt reformbedürftig sei und benannte etwa Indices und Impact-Faktoren als Fehlanreize bei der Bewertungskultur. Als besondere Herausforderungen hob sie die Autonomie des Publikationswesens und die Sicherung von OA-Publikationen hervor. Nach Holzer sei immer noch zu klären, was Diamond Open Access (DOA) und wissenschaftsgeleitetes Publizieren genau bedeute und welche Implikationen etwa für die Governance und die institutionelle Anbindung von Informationsinfrastrukturen damit verbunden seien. Henriette Lüning wies auf den Fragenkomplex Urheberrecht, Open Access und KI als weitere Herausforderung neben der Finanzierung hin. Franziska Deller bestätigte auch aus Verlagssicht, dass Open Access immer mehr zum Standard wird und wies im Zusammenhang mit Finanzierungsmöglichkeiten darauf hin, dass die derzeitige Förderlandschaft nicht alle potenziellen Autor*innen berücksichtige – etwa solche in weniger finanzstarken Regionen der Welt oder ohne Anbindung an eine Wissenschaftseinrichtung, über die sie Fördermittel erhalten könnten. Angela Holzer sprach ebenso wie Hildegard Schäffler Unterschiede zwischen den jeweiligen fachlichen Publikationskulturen an. Neben dem stärkeren Fokus auf Monographien käme bei den Geistes-, Kunst- und Kulturwissenschaften noch eine hohe Bedeutung von Abbildungen hinzu, was auch bei der DFG zu einer intensiven Beschäftigung mit OA-Bildlizenzen ausgelöst hatte. Schäffler machte sich für eine Modellvielfalt stark, um zu einer kritischen Masse bei Monographien in den Geistes- und Sozialwissenschaften zu gelangen. 

In der eigentlichen Podiumsdiskussion richtete Agathe Gebert unterschiedliche Fragen an die Podiant*innen, die dann teils kontrovers diskutiert wurden. Zunächst wird Angela Holzer gebeten, zu den wesentlichen Veränderungen und Treibern für die Entwicklung von Open Access in den Humanities und Social Sciences (HSS) in den letzten Jahren Stellung zu nehmen. Holzer sieht ein Wechselspiel zwischen der individuellen Haltung von Wissenschaftler*innen zu Open Access und den jeweiligen Angeboten. Letztere rückten die Verlage als Triebkräfte von OA in den Vordergrund. Sie weist darauf hin, dass auch beim Subskriptionsmodell die langfristige Finanzierung immer ein Thema war. Insgesamt sieht sie heute ein gutes Angebot bei den Institutionen, die Open Access ermöglichen, etwa über Fachinformationsdienste oder Universitätsverlage, wo im Rahmen von einer DFG-Förderung auch Buchpublikationen gerade für die Geistes- und Sozialwissenschaften möglich seien. Eine vollständige Transformation zu Open Access hält Holzer in diesen Disziplinen weder für realistisch noch für notwendig. Insbesondere bei „Publikumstiteln“ wie Ausstellungskatalogen, die also zwischen der wissenschaftsinternen und der Kommunikation mit der Gesellschaft stünden, sieht sie einen besonders hohen Stellenwert des gedruckten Buches, um in der Breite Rezipient*innen zu erreichen.

An Franziska Deller richtete Agathe Gebert die Frage, wie sich Open Access auf das Verhältnis und die Marktmacht zwischen mittelständischen und Konzern-Verlagen ausgewirkt und welche Rolle dies auch für das Publizieren von Büchern in mittelständischen Verlagen habe. Frau Deller verweist anfangs auf die DEAL-Problematik, die sie als Eingriff in den Markt benennt. DEAL habe die Macht der Konzernverlage eher gestärkt und auch zu keiner nennenswerten Transformation der hybriden Zeitschriften geführt. Bei Autor*innen und Redaktionen von Zeitschriften bei kleineren und mittelständischen Verlagen bemerkt Frau Deller eine Unzufriedenheit über fehlende vergleichbare Finanzierungslösungen. Deller sieht wegen der großen Gewinnspannen bei Verlagskonzernen ein gestiegenes Misstrauen gegenüber allen Verlagen – und in der Folge Preisdruck bei mittelständischen Verlagen, die aber besonders bei Buchpublikationen auf Einzeltitelebene kalkulieren und kostendeckend arbeiten müssten. Dennoch erkennt Deller hier Möglichkeiten für das Fortbestehen solcher Verlage, nicht zuletzt durch das Zugehen von Bibliotheken auf diese und die zunehmenden Optionen zur Einzelbuchpublikation im Open Access oder zur Transformation einzelner Zeitschriften. Frau Gebert ergänzt, dass die meisten mittelständischen Verlage Informationen zur Berechnung von Publikationsgebühren auf ihren Webseiten bereitstellten – in dieser Hinsicht also lobenswert transparent agieren.

Henriette Lüning wird gefragt, ob Open Access durch DEAL seine „politische Unschuld“ verloren hätte. Lüning bezweifelt, dass ein Transformationsprozess zu Open Access, den sie im Zusammenhang mit einer größeren Transformation der Gesellschaft zu mehr Digitalität sieht, überhaupt politisch unschuldig sein könne, weil er zwangsläufig politischen Rahmenbedingungen und Setzungen unterliege. In jedem Fall könne sie diese Frage als Vertreterin des BMFTR nicht bejahen oder verneinen. Unzweifelhaft sei, dass die Ziele des DEAL-Prozesses nicht zu 100 Prozent erreicht worden sind, auch wenn die Wahrnehmung über Gründe und Verantwortlichkeit dafür unterschiedlich seien. Im BMFTR nehme man die Kritik wahr und beobachte intensiv die weitere Entwicklung bis und nach 2028, etwa in Hinblick auf die Mitgliederstruktur der DEAL-Gruppe. 

Agathe Gebert passt für Hildegard Schäffler die Frage nach der politischen Unschuld insofern an, dass bei DEAL das Bestreben gewesen sei, Transparenz bei den Publikationskosten herzustellen und weitere Publikationsmöglichkeiten zu schaffen. Frau Schäffler bringt in ihrer Antwort ihre Überraschung über die hohen Erwartungen an DEAL zum Ausdruck: Diese seien heute höher als zu Beginn des Prozesses. Sie erinnert daran, dass konsortiale Abschlüsse anfangs in der Fixierung der Beträge bestehender Subskriptionsvolumina bestanden hätten, bevor das Thema Open Access hinzugekommen sei. Sie hält ebenfalls fest, dass der DEAL-Vertrag mit Elsevier insgesamt einen deutlich geringeren Mitteleinsatz für Lese- und Publikationsrechte erforderlich gemacht habe, als vor der Kündigung der Verträge 2016 allein für die Subskription nötig gewesen sei. Auch Frau Schäffler gesteht DEAL eine gewisse lenkende Funktion zu, sieht aber keinen dezidierten Einbruch von Publikationen anderenorts. In Hinblick auf kleinere und mittelständische Verlage wie den Verlag Barbara Budrich pflichtet Schäffler der Feststellung der Allianz der Wissenschaftsorganisationen bei, dass es eine komplementäre, passgerechte Initiative zu den DEAL-Verträgen brauche, und verweist hier beispielhaft auf das Forum 13+

In Reaktion auf Frau Schäfflers Beitrag bemerkt Marcel Wrzesinski, dass er trotz positiver Aspekte und der Tatsache, dass Publikationen freigestellt wurden, auch die teils große Enttäuschung über DEAL nachvollziehbar finde. Aus seiner Sicht sei DEAL als exklusive nationale Verhandlung mit nur drei Verlagen definitiv ein Eingriff in den Markt. Eine lenkende Wirkung bestünde insofern, als dass Publizierende, die auf kostengünstige Lösungen angewiesen sind, Zeitschriften präferierten, für die Verlagsvereinbarungen bestehen. Mit Verweis auf die Überlegungen Bernhard Mittermaiers zum Thema regt Wrzesinski an, die Frage zu stellen, wie man Geld umlenken könnte, um auch Publikationen in anderen Verlagen zu ermöglichen. 

Wie strukturbildend in den OA-Transformationsprozess seitens der Förderer eingegriffen werden könnte, wird zuerst Henriette Lüning gefragt. Ohne angesichts der noch zu klärenden Finanzfragen im BMFTR nach der Ressortumstrukturierung in Folge der letzten Bundestagswahl jetzt schon eine verbindliche Positionierung des Ministeriums darlegen zu können, sieht Frau Lüning aus rein fachlicher Sicht als Referentin mehrere mögliche Schwerpunkte. Dazu gehören die weitere Erhöhung der Awareness für Open Access, die Entwicklung neuer Finanzierungsmodelle und das Zusammenspiel von Open Access und Künstlicher Intelligenz. 

Dass auch Konsortien programmatisch und strukturbildend wirken können, steht für Hildegard Schäffler außer Frage. So strukturierten Konsortien Prozesse zur Beteiligung einer größeren Zahl von Einrichtungen, etwa Crowdfunding-Initiativen. Über solche Initiativen bildeten sich wiederum Netzwerke wissenschaftlicher Bibliotheken, die dann auch leicht für andere Initiativen zur Open Access-Transformation nutzbar seien. Des Weiteren würden durch die Etablierung von Standards Strukturen geschaffen. Als Beispiel hierfür verweist Schäffler auf das vom Forum 13+ veröffentlichte „Spektrum zur Bewertung von Open Access-Transformationsverträgen und Verlagsangeboten“. Hier lassen sich als weiteres Beispiel auch die „Qualitätsstandards für Open-Access-Bücher“ der AG Universitätsverlage nennen[1]. Künftiges Standardisierungspotenzial sieht Schäffler auch in „KI-Klauseln“, also Regelungen zum Einsatz von KI im Rahmen von OA-Publikationsprozessen. Mit KOALA und DeepGreen stellt Frau Schäffler noch kurz zwei Beispiele für die strukturierte konsortiale Verfügbarmachung von Verlagsinhalten im Open Access vor.

Ludo Waltman nimmt Stellung zur Frage, inwiefern er Möglichkeiten zur Beeinflussung des Begutachtungsprozesses sieht. Hierzu verweist er auf Initiativen und Netzwerke wie CoARA (Coalition for Advancing Research Assessment) und regt an, die Transformation des Publikationswesens gemeinsam mit einer Reformierung des Begutachtungswesens zu denken und voranzutreiben. Er plädiert also letztlich dafür, dass die Akteur*innen, die sich für mehr Open Access zusammengetan haben, ihre einmal geschaffenen Strukturen auch für Ziele im Bereich Open Science jenseits von Open Access nutzen und greift damit den Impuls von Hildegard Schäffler auf. Im Chat verweist er später auf einen Blogpost zum Thema.

Zur Rolle von Diamond Open Access bei der Strukturbildung befragt, bezweifelt Marcel Wrzesinski zunächst, dass sich DOA hier stark von anderen Wegen des Open Access unterscheidet. Er bemerkt jedoch, dass DOA etablierte Geschäftsmodelle in Frage stelle und zum Nachdenken über die Finanzierung von Open Access insgesamt anrege. Dabei könnten auch neue, zentrale Strukturen entstehen, wofür Wrzesinski etwa ein nationales Hosting für OJS bei der Servicestelle Diamond Open Access (SeDOA), eine zentrale Infrastruktur für Open-Access-Bücher und zentralisierte Dienstleistungen für Rechtsberatung, Internationalisierungsbestrebungen u.Ä. als mögliche Beispiele nennt. Er weist darauf hin, dass das aktuelle Momentum von DOA genutzt werden könne, um gemeinsam mit europäischen Partner*innen europaweite Qualitätsstandards zu schaffen, die wiederum eine einheitliche Förderung von DOA ermöglichen könnten. Wrzesinski stellt abschließend heraus, dass DOA durch die inhärente Experimentierfreudigkeit besonders großes Potenzial für Publikationsinnovationen biete.

Thomas Dohme hebt Verkauf und Vertrieb als Stärken des Buchhandels heraus. Dabei verweist er insbesondere auf das Crowdfunding als bewährte Praxis, bei der Buchhändler eine Aufgabe übernehmen – unabhängig davon, ob es um Gold oder Diamond Open Access geht. Während er vermutet, dass sich die Rolle des Handels im Publikationsprozess noch entwickele, sieht er aktuell vor allem in der Finanzierung von Einzeltiteln ein gutes Modell.

Eine Anregung von Susanne Göttker aus dem Chat aufgreifend, bittet Agathe Gebert das Podium um Statements zu zwei Fragen: Einerseits, ob und wie es sinnvoll und möglich sein kann, die Masse von Artikeln in kommerziellen Journalen in DOA-Zeitschriften umzulenken. Andererseits, wie erfolgreich neue Kriterien für die Forschungsevaluation etabliert werden können. Zum ersten Punkt bemerkt Marcel Wrzesinski, dass die Gründung neuer DOA-Zeitschriften ein Weg sei, ein anderer aber im Flipping von existierenden Zeitschriften hin zum DOA, also in der Umwandlung von bestehenden Strukturen in fairere Modelle bestehe. Ludo Waltman ergänzt, dass eine Transformation zu DOA sehr viel leichter möglich sei, wenn nicht alle Artikel durch ein (pre publication) Peer-Review-Verfahren müssten, sondern direkt publiziert werden könnten. Diese könnten nach wie vor per Kommentierung einen post publication Peer Review erfahren oder bei fehlender Relevanz auch ignoriert werden. 

Zur Frage der künftigen Forschungsevaluation weist Angela Holzer auf das Impulspapier „Die Weiterentwicklung von Bewertungsverfahren für Forschungsleistungen im Kontext von Open Science“ der Allianz der Wissenschaftsorganisationen hin. 

Karin Werner wirft die Frage nach Kostentransparenz und Wirtschaftlichkeit bei DOA-Publikationen auf, wie sie von Verlagen schon länger gefordert würde. Hierzu weist Frau Gebert auf eine Publikation zum Thema hin, in der der Versuch unternommen würde, diese Kosten zu beziffern und Überlegungen angestellt würden, wie höhere Effizienz zu erreichen wäre. Zur Finanzierung und Evaluation von wissenschaftlichen Zeitschriften geht Angela Holzer ebenfalls auf ein jüngeres Diskussionspapier der Leopoldina ein und stellt als dessen Grundidee heraus, dass Wissenschaftsgesellschaften wieder zu Trägern der Publikationsorgane und Inhabern der Titelrechte werden – und Verlage wieder zu Dienstleistern für die Publikationen. Zurzeit lägen jedoch viele Titelrechte bei den Verlagen, was eine Umstellung auf DOA erschwerte. Als weiteres Problem benennt sie, dass auch (einige) Fachgesellschaften und Wissenschaftler*innen von APC-Modellen profitierten, was das Interesse an einer Umstellung auf DOA mindere. Als ein Beispiel für positive Anreize zur Veränderung des Publikationsverhaltens nennt Holzer die Resignation von zahlreichen Reihenherausgeber*innen bei Amsterdam University Press, nachdem der Verlag den Großteil seiner englischsprachigen Buchsparte an Taylor & Francis verkauft hatte, weil die Wissenschaftler*innen nicht zur Erwirtschaftung von Gewinnen für den neuen for-profit-Eigner beitragen wollten. Frau Holzer stellt klar, dass auch beim institutionellen Publizieren Kosten entstehen und Gewinne erzielt werden können. Letztere müssten dort jedoch in das Wissenschaftssystem zurückfließen.

Zur abschließenden Frage nach einer Zukunftsperspektive und den künftigen Zielen der einzelnen Podiant*innen nimmt als erstes Franziska Deller Stellung. Ihr Verlag möchte die Transformation zu Open Access weiter mitgehen, Teil einer vielfältigen Publikationslandschaft bleiben und weiterhin für hochwertige Forschungs-, Lehr und Studienliteratur stehen. Des Weiteren will der Verlag Barbara Budrich sich mittels Open Access für eine breitere Öffentlichkeit für geisteswissenschaftliche Forschung einsetzen, um die Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen zu unterstützen. Auch wolle man zur Schaffung langfristiger Finanzierungsmodelle beitragen, die auch jenen Forscher*innen die Publikation im Open Access eröffnen sollen, die nicht über eine institutionelle Anbindung an Fördermöglichkeiten partizipieren. Thomas Dohme verfolgt das Ziel, das Projekt „Purchase to Open“ gemeinsam mit den beteiligten Partner*innen voranzutreiben. Er hofft hierbei, dass Ende 2025 ein Pilot für ein künftiges Portal zum Pledging auf, zunächst, Einzeltitel im Open Access an den Start gehen kann, das aber später auch zur Finanzierung von Reihen ausgebaut werden könnte. Angela Holzer hält für die Zukunft ein sachgerechtes, wissenschaftsnahes Publikationswesen für wünschenswert, in dem eine Beeinflussung durch extrinsische Faktoren minimiert ist. Sie hofft dabei u.a. auf Initiativen wie CoARA. Auch wünscht sie sich nachhaltige Lösungen für ein breites Spektrum von noch weitgehend ungelösten Fragen, die zum Teil durch das Aufkommen von KI neue Brisanz erhalten haben: Finanzierung, Sichtbarkeit, Langzeitverfügbarkeit, Wahrheitsprüfung. Zur Verbindung von Publikationswesen und Wissenschaftsbewertung erinnert sie an ein Positionspapier der DFG. Auch Hildegard Schäffler sieht die Zukunft von Vielfalt geprägt. Das gilt einerseits für Finanzierungsmodelle, unter denen für sie neben Initiativen wie Subscribe to Open und Purchase to Open auch weiter Publish-and-Read-Verträge eine Rolle spielen würden, die allerdings auch kritisch zu durchleuchten und weiterzuentwickeln seien. Das gelte andererseits auch für die Publikationsgattungen. Für Konsortien sieht Frau Schäffler auch im Diamond Open Access ein Feld für Engagement. Mit Spannung blickt sie auf die künftigen Entwicklungen bei SeDOA. Ludo Waltman weist auf ein besonderes Spannungsverhältnis bei Promovierenden hin: Einerseits freuten sich diese auf Konferenzen, den dortigen Austausch und die Gelegenheit, ihre Arbeiten dort vorzustellen. Andererseits machten sie im Publikationsprozess oft sehr negative Erfahrungen mit der langen Dauer zwischen Einreichung und begutachteter Publikation bei häufig sehr wenig Feedback im Zuge des Review-Verfahrens. Waltman sieht eine große Chance darin, den Publikations- und Begutachtungsprozess dem Austausch auf Konferenzen anzunähern, um die beschriebene Spannung aufzulösen und für eine neue Generation von Forschenden die Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft attraktiver zu machen. Auch Marcel Wrzesinski befürwortet stark eine Diversität von Geschäftsmodellen, stellt dabei aber in Frage, ob Publikationsgebühren in Form von APCs das am weitesten verbreitete Modell bleiben muss. Er tritt auch für überinstitutionelle Dienstleistungsangebote ein, um wissenschaftliches Publizieren für alle Forschenden, unabhängig von ihrer jeweiligen Affiliation, zu ermöglichen. Ebenso spricht er sich für eine kreativere Verbreitung von Forschung aus. Damit meint er einerseits die Veröffentlichung auf Repositorien unter Verzicht von zeitintensiven pre publication-Peer-Review-Verfahren, andererseits die Schaffung von neuen Publikationsformaten und -genres, weg vom klassischen „Article“ und dem PDF-Format als Standard. Henriette Lüning signalisiert das deutliche Interesse des BMFTR am weiteren Fortschritt der OA-Transformation und am Austausch mit den Akteur*innen. Dem Ministerium zufolge sollte angestrebt werden, dass der Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht nur national, sondern auch europaweit erleichtert wird, um auch die Transparenz in der Forschung zu erhöhen.

Fazit

Beim ENABLE!-Roundtable vom Juli 2025 ist einmal mehr deutlich geworden, dass Open Access – allen Beharrungskräften zum Trotz – in der Breite angekommen ist, dass OA schon jetzt vielfältig ist und dass aus der Open-Access-Bewegung heraus auch weiterhin Innovationspotenzial für das wissenschaftliche Publizieren besteht – und letztlich auch: Hoffnung für ein faires, unkompliziertes, schnelles und für Forschende kostenfreies Publizieren.

Auch die Sinnhaftigkeit eines Miteinanders von Verlagen, Buchhandel, Bibliotheken, Repositorien und anderen Publikationsinfrastrukturdienstleistenden, Forschungsfördernden und Publizierenden, wie es bei ENABLE! seit sechs Jahren gelebt wird, war evident. Es zeigte sich unter anderem, dass die DEAL-Problematik – nur marginales Journal-Flipping, Gefahr der Oligopolisierung durch die überproportionale Finanzierung von Publikationen bei Großverlagen, Wiedererstarkung von hybridem Open Access – nicht etwa nur die Bibliotheken beschäftigt. Ebenso wurde aber auch deutlich, dass im Miteinander dieser Community auch gemeinsam Lösungswege erarbeitet werden, um für Forschende eine Vielfalt von Publikationsmöglichkeiten zu erhalten, damit die Veröffentlichung in Zeitschriften oder Büchern, die nicht bei Elsevier, Wiley oder Springer Nature verlegt werden, nicht an zu hohen Kosten oder zu komplizierten Abrechnungsworkflows für Autor*innen sowie an Fehlanreizen scheitert.

Die Finanzierung von Open Access und die Langzeitverfügbarkeit elektronischer Publikationen überhaupt bleiben zentrale Fragen, die auch die ENABLE!-Community umtreiben. An Bedeutung und Brisanz gewonnen hat, wegen des breiten Einsatzes von KI auch bei Publizierenden, der Aspekt der Wahrheitsprüfung.

Betont wurde vor allem, dass Vielfalt und Mut zu Veränderung und Innovation den Weg in die Zukunft leiten sollten. Darunter fällt einerseits das starke Plädoyer für eine Diversität von Finanzierungsmodellen und Publikationsgenres, andererseits aber auch das Infragestellen von starren, intransparenten und zeitaufwendigen Peer-Review-Verfahren VOR der Publikation als Standardweg der Forschungsbewertung. Dass eine Motivation dafür auch der Abbau von Hürden und Frustpotenzial für künftige Generationen von Forscher*innen ist, ist auch rein demografisch sinnvoll: Wie alle Branchen stehen auch Forschung und Lehre vor der Situation, dass sich in den kommenden Jahren ein großer Teil der Arbeitskräfte in Rente oder Ruhestand verabschieden wird. Die Arbeitsbedingungen im akademischen Bereich müssen attraktiver werden, damit die Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen auch auf dem Arbeitsmarkt wettbewerbsfähig bleiben. 

Die ENABLE!-Community möchte auch weiterhin Open Access mitgestalten und wird sich für faire, innovative, bedarfsgerechte und niedrigschwellige Open-Access-Angebote einsetzen, bei denen auch Verlage und Buchhandel eine Rolle einnehmen können – und so eine Vielfalt in der Publikationslandschaft fördern.


 


[1] An dieser Stelle sei auch auf die im Verbundprojekt AuROA entwickelten Werkzeuge als Beispiel für Standards mit Potenzial zur Strukturbildung verwiesen: einen Leistungskatalog für Open-Access-Buchpublikationen und einen Vertragsgenerator für modular aufgebaute Musterverträge zwischen Autor*innen und Publikationsdienstleistern. 

ENABLE!-Weihnachtswerkstatt am 04.12.2025

Wie viele akademische Bücher erscheinen jährlich in Deutschland – als reine Druckausgaben, als kostenpflichtige E-Books, im Open Access? Wir kennen weder die Gesamtheit noch einzelne Teilmengen.

Für Forschungsförderer, Policy-Maker und Bibliotheken ist das Monitoring akademischer Bücher bezogen auf Access-Status, Publikationskosten oder institutionelle Zuordnung, von höchster Relevanz. Voraussetzung sind aktuelle und umfangreiche Metadaten, die an einem Ort erfasst und bereitgestellt werden. Als nationale Sammelstelle hat die DNB hier eine Schlüsselrolle und kann die Standards zu Format und Lieferung der Metadaten festlegen. Bezogen auf die Kriterien Wissenschaftlichkeit, Access-Status und Lizenzierung ist die standardisierte Darstellung akademischer Bücher (physisch und digital) im DNB-Katalog jedoch lückenhaft.

In einer gemeinsamen Initiative wollen wir eine Diskussionsgrundlage über Metadaten von OA-Büchern schaffen, die die Perspektiven und Bedarfe aller Beteiligten (Bibliotheken, Verlage, Handel) zusammenfasst. Ziel ist es, einen kooperativen Austausch mit den verschiedenen Beteiligten anzustoßen.

Den Beginn machen Julia Bartlewski (UB Bielefeld, Projekt openCost), Katja Dammann (UB Bielefeld, Projekt oa.finder) und Dorothee Graf (UB Duisburg-Essen, Fachreferat Germanistik, Kunst und Kunstwissenschaft, Leitung openaccess.nrw).

Datum: 04.12.2025

Uhrzeit: 16:00 - 17:30 Uhr

Eine Anmeldung für die Werkstatt ist nicht erforderlich. Sie können/Ihr könnt über den folgenden Link teilnehmen:

https://uni-due.zoom-x.de/j/64835795015?pwd=rrK7DMZFaYqSaU0JlwbbIfiLJMHNx2.1 

Wir freuen uns auf Ihre/Eure Teilnahme!